Schlicht nötig

Kommentar

Bei der Umsetzung der Schöpfungsinitiative darf die Zürcher Landeskirche nun nicht in die politische Falle tappen. Denn eigentlich sollte der Klimaschutz einen, statt zu spalten.

Dass der Gegenvorschlag zur Schöpfungsinitiative nach der denkbar engen Entscheidung im Kirchenparlament auch die Hürde der Volksabstimmung genommen hat, ist bemerkenswert. Den politischen Trend hatte er nicht auf seiner Seite. Vorlagen, die verbindliche Massnahmen zum Klimaschutz verlangten und über Vorgaben des Bundes hinausgingen, hatten es zuletzt schwer in der Politik.  

Ein Glücksfall

Das Referendum gegen das Votum der Synode war ein demokratiepolitischer Glücksfall. So hat die Vorgabe, dass Kirchgemeinden ein Umweltmanagementsystem einführen müssen, die nötige Legitimation. Der Abstimmungskampf ermöglichte eine Debatte um Freiwilligkeit und Verbindlichkeit.

Erschweren mag in einigen Kirchgemeinden die Umsetzung der Vorlage nun der Umstand, dass die deutliche Zustimmung in den Städten der Initiative zum Durchbruch verholfen hat. Die Gegner können den Graben zwischen Stadt und Land weiterhin beackern.

Allerdings wird in einer Demokratie immer jemand überstimmt. Wer das demokratische Instrument des Referendums ergreift, muss danach den entsprechenden Volksentscheid auch respektieren.

Die Ängste zerstreuen

 Zu hoffen bleibt, dass die Kirche nun nicht in die politische Falle tappt. Die Klimafrage soll sie vereinen statt spalten. Der Kirchenrat kann seinen Beitrag dazu leisten, indem er die Ängste skeptischer Gemeinden zerstreut, ein Umweltmanagement führe in die bürokratische Überforderung statt zu spürbaren Einsparungen.

Projekte zur Bewahrung der Schöpfung haben das Potenzial, Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zusammenzubringen. Sie stiften Gemeinschaft und konkurrieren andere Kernaufgaben wie Diakonie oder Verkündigung nicht. Vielmehr wirken sie ergänzend und unterstützend: Klimaschutz ist keine Ideologie, Klimaschutz ist eine Notwendigkeit.