Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) hat am 14. Juni in Bulle alle Ratsmitglieder wiedergewählt, Konkurrenz gab es nicht. Die Präsidentin Rita Famos wurde gar ohne Gegenstimme glanzvoll im Amt bestätigt.
Vergeblicher Protest
Neben Famos bilden weiterhin Catherine Berger-Meier (Aargau), Pierre-Philippe Blaser (Freiburg), Sandro Bugmann (Schwyz), Philippe Kneubühler (Bern-Jura-Solothurn), Michel Rudin (Luzern) und Florian Schubert (Neuenburg). Die Präsidentin wurde von der Zürcher Landeskirche zur Wiederwahl vorgeschlagen.
Zudem hat die Synode einen neuen Verteilschlüssel zur Finanzierung der EKS verabschiedet. Der Protest der Luzerner Landeskirche blieb dabei ungehört. Deren Präsidentin Lilian Bachmann hatte die Rückweisung der Vorlage verlangt und die Kommunikation der EKS scharf kritisiert.
Romandie profitiert
So hätten keine bilateralen Gespräche stattgefunden, obwohl der Mitgliederbeitrag für Luzern massiv steige, sagte Bachmann. Zudem fehlte die Datengrundlage für die neuen Beiträge. Die Luzerner Kirche ist mit einem Plus von gut 80 Prozent die grösste Verliererin der Reform.
Der Aargauer Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg, auf dessen Motion der neue Finanzierungsschlüssel zurückgeht, schlug ein «Flatrate-Modell» vor, mit dem alle Mitgliedkirchen 0,54 Prozent ihrer Einnahmen hätten abliefern müssen. Die Synode entschied sich für die vom Rat ausgearbeitete Variante, die finanzstarke Landeskirchen stärker belastet. Profiteurinnen des neuen Modells sind insbesondere Kirchen der Romandie und die Tessiner Reformierten.
Nachwehen einer Initiative
In einer Interpellation fragte die Zürcher Kirchenratspräsidentin Esther Straub, aufgrund welcher Kriterien die EKS prüft, ob sie sich zu Abstimmungsvorlagen äussert. Die Recherche von «reformiert.» hatte eine Auseinandersetzung ausgelöst über den Entscheid des Rats, vor der nun abgelehnten SVP-Initiative «Gegen eine 10-Millionen-Schweiz» keine Stellungnahme zu publizieren.
Rita Famos verteidigte die Strategie. Die Kirche drohe ihre «integrative Kraft zu riskieren», wenn sie sich in politischen Fragen klar positioniere, die auch innerhalb der Kirche polarisieren.
