Fast komplett

Kirche

In der Zürcher Kirchenpflege ist noch ein Sitz frei. Das Rennen ums Präsidium entschied Res Peter für sich. Auch Konkurrentin Mona Schatzmann schafft den Sprung in die Exekutive.

15 Kandidaten und Kandidatinnen traten zur Wahl an. Die Ausgangslage vor dem zweiten Wahlgang am 14. Juni ist dennoch überraschend klar: Nur ein Sitz in der Kirchenpflege der Stadt Zürich ist noch frei.

Pfarrer wird Präsident

Bei einer Stimmbeteiligung von 13 Prozent wurde Res Peter am besten gewählt. Der Pfarrer entschied auch das Rennen um das Präsidium für sich und distanzierte seine Konkurrentin Mona Schatzmann um 480 Stimmen. Seine Pfarrstelle in Baden gibt Peter auf.

Für den Wahlkampf hatten sich Teams gebildet, um gemeinsam auftreten und einander gegenseitig unterstützen zu können. Die Taktik ist offenbar aufgegangen. So haben die Teams, die sich um Peter und Schatzmann gebildet haben, die sechs Sitze unter sich ausgemacht. 

Zankapfel Immobilien

Zuletzt hatte sich der Wahlkampf stark auf den Umgang mit dem Immobilienbesitz der Kirchgemeinde konzentriert. Die Architektin Anna Katharina Hotz Semadeni holte prompt mit dem zweiten Platz ein hervorragendes Resultat. Aber auch der bisherige Verantwortliche Michael Hauser schaffte die Wiederwahl. Allerdings rettete er sich mit nur drei Stimmen über dem absoluten Mehr denkbar knapp ins Ziel.

An einer Podiumsveranstaltung hatten Hotz Semadeni wie Hauser signalisiert, dass sie sich auch ein anderes Ressort vorstellen könnten, freilich sieht sich Hotz Semadeni nun mit Blick auf das Wahlresultat in einer guten Ausgangslage.

Der grosse Wechsel

Neben Peter und Hauser konnte auch Michael Braunschweig seinen Sitz verteidigen. Die bisherige Präsidentin Annelies Hegnauer sowie Barbara Becker, Claudia Bretscher und Simon Obrist waren nicht wieder angetreten. 

Neu in die Kirchenpflege gewählt wurden neben Hotz Semadeni auch Mona Schatzmann, die das drittbeste Ergebnis erzielte, und Céline Reymond.

Ein Trio tritt nochmals an

Vor dem zweiten Wahlgang ist Christian Aebi in der Favoritenrolle, er verpasste das absolute Mehr um 178 Stimmen. Hinter ihm reihten sich Lukas Bärlocher und Georg von Itzenplitz ein. Die Wahl auch nicht geschafft haben Marcel Roost, Anke Beining-Wellhausen, Gerd Bolliger, Sabine Ziegler, Stefan Thurnherr und Karin Schindler.

Gegenüber «reformiert.» gaben Schindler, Thurnherr, Beining-Wellhausen, von Itzenplitz, Bolliger und Ziegler ihren Rückzug bekannt. Aebi, Bärlocher und Roost machen das Rennen um den letzten Sitz unter sich aus.

Mehrheit in Griffweite

Während Aebi im Team von Mona Schatzmann in den Wahlkampf gezogen war, gehört Roost der Gruppe um Res Peter an. Beide Teams konzentrieren sich nun auf einen Kandidaten, von Itzenplitz liess trotz höherer Stimmenzahl Roost den Vortritt.

Beide Teams könnten nun also die Mehrheit in der Kirchenpflege gewinnen. Bärlocher warnt denn auch vor einer «festgefahrenen Blockbildung» und bringt sich als «unabhängige Stimme» ins Spiel. Er hatte zusammen mit Bolliger ein Wahlkampftandem gebildet.

Lose Koalitionen

Ungewiss ist allerdings, welche Auswirkungen die Teamkonstellationen in der Kirchenpflege tatsächlich haben. Auf ein verbindliches Wahlprogramm hatten sich die beiden Formationen nicht geeinigt. Es ist gut möglich, dass sich die eher lockeren Koalitionen nach dem Wahlkampf wieder auflösen.