Am Anfang der Geschichte von Women’s Hope steht eine traumatische Totgeburt: Zenaba, noch im Teenageralter, kam eines Nachts nach tagelangen Wehen in das Distriktspital in Adré im Tschad, wo das Ehepaar Leimgruber arbeitete – Claudia Leimgruber als Hebamme, ihr Mann Martin als Distriktsarzt.
Zenaba befand sich in einem kritischen Zustand. Das tote Kind wurde mit einer Saugglocke aus dem Mutterleib geholt. Zenaba überlebte, war aber schwerverletzt und litt fortan unter einer sogenannten Geburtsfistel. Diese kann aufgrund eines verzögerten Geburtsverlaufs entstehen, wobei sich eine Öffnung zwischen Scheide und Blase oder Scheide und Darm bildet.
Die Folge: Die betroffene Frau kann die Exkremente nicht mehr kontrollieren. In vielen Ländern werden Frauen mit Fisteln aufgrund ihres Geruchs, aber auch aufgrund von Unwissen geächtet und ausgegrenzt, jährlich gibt es noch immer Tausende Betroffene.
«Wir waren der Katalysator»
«Wir wussten damals gar nicht, was eine Fistel ist», sagt Claudia Leimgruber. Das Ehepaar war tief bewegt – und entschloss sich zu einem Engagement. Zusammen mit Gleichgesinnten gründeten sie nach ihrer Rückkehr nach Bern einen Verein und nutzten als Startkapital die Summe von 36‘000 Franken Spendengelder, die von ihrem Einsatz übriggeblieben war.
