Was sind Ihre persönlichen Erinnerungen an Gotte und Götti?
Milva Weikert-Schwarz: Meine Mutter war Einzelkind, und wir hatten nicht viele Verwandte in der Nähe. Die Gotte kam darum öfter zum Hüten. Der Götti war weiter weg, aber an meinen Geburtstagen haben wir uns immer getroffen, an Weihnachten gab es Geschenke. Meine Eltern wählten bewusst Freunde, für mich waren sie spezielle Bezugspersonen, neben Eltern und Grosseltern.
Oft bitten die Eltern Verwandte, das Amt zu übernehmen. Warum?
In der Tat entscheiden sich die meisten für Geschwister. Das liegt an der Nähe, vielleicht auch am Gedanken, dass man sogar im Streitfall verbunden bleibt. Bei Freunden besteht eher die Gefahr, dass der Kontakt abbricht. Für manche Paare ist der Entscheid für Angehörige aber auch einfach Tradition.
Das Patenamt hat sich gewandelt. Spielt der Aspekt, dass sich Paten um die Kinder kümmern, falls den Eltern etwas zustösst, heutzutage noch eine Rolle?
Das war früher ein wichtiger Faktor, und natürlich sind Verwandte oft eher dazu bereit, Kinder aufzunehmen. In der heutigen Zeit ist der Versorgungsaspekt kaum mehr entscheidend. Paten sind vor allem Personen des Vertrauens.
