«Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.»
In vielen afrikanischen Ländern ist Erziehung Aufgabe der Gemeinschaft. Auch in Senegal, von wo Flavia Falls Ehemann Lamine stammt. «Das Sprichwort begleitet mich, seit unsere Tochter Luna zur Welt gekommen ist», erzählt die 42-Jährige auf einem belebten Spielplatz in Bern.
Hier findet das Gespräch statt, damit es der fünfjährigen Luna nicht langweilig wird. Denn heute soll ihre Mama nicht über ihre Beziehung zu ihr sprechen, sondern über jene zu ihren beiden Gottekindern Mara und Chioma.
Die Kinder der Freundinnen
Bei beiden wurde Flavia Fall Gotte, weil sie mit den Müttern befreundet ist. Mit der Mutter von Mara seit dem Kindergarten. Im Vergleich dazu ist die Freundschaft zu Chiomas Mutter noch relativ jung.
Die beiden Frauen trafen sich vor zehn Jahren, als sie in einer Kirchgemeinde in einem Treffpunkt für Asylsuchende mithalfen. Ein Einsatz, der ihr Leben veränderte: «Wir lernten dort beide unsere aus Afrika stammenden Partner und späteren Väter unserer Töchter kennen. Diese gemeinsame Erfahrung hat uns verbunden», erzählt Flavia Fall.
