Schwerpunkt 24. Februar 2016

Eine Haltung, die das innere Auge schärft

Verzicht

Wer fastet, bringt Gott ein Opfer und wird besonders erhört, sagen die einen. Weder Anstrengung noch Verzicht sind nötig, sagen andere: Gott gibt Gnade umsonst.

Warum verzichten? Mit dieser Frage war «reformiert.» zu Besuch bei zwei christlichen Gemeinden, in denen Verzicht eine spirituelle Dimension hat: In der afrikanischen Pfingstgemeinde Buchs (ZH) fasten die Gläubigen zwölf Stunden täglich, damit ihre Gebete mehr Wirkung haben; auf dass Gott sie mit Erfolg und Wohlstand belohne. Im Berner Münster hilft der Verzicht den Gläubigen aus der Verstrickung von Sünde und Schuld. Hier streuen die Reformierten Asche aufs Haupt, reden über Busse und fasten fünf Tage.

Im Gespräch schliesslich weist der Theologe Matthias Zeindler darauf hin, dass gerade ein religiöses Leistungsdenken nicht typisch reformiert ist. Hingegen passe das Fasten zur reformierten Spiritualität mit ihrer Konzentration auf das Wesentliche. Es sei «gut reformiert», geistliche Elemente zu fördern, die der individuellen Andacht dienen.