Die Gastgeberin hat für das Abendessen die Tischordnung bestimmt. Sie setzt die Journalistin neben den Stammgast mittleren Alters, der gern Auskunft gibt. Über die unvergessenen Ferientage mit Eltern und Geschwistern, den stets gleichen Kaffeeduft im Grotto und über Claudia Zbären, Geschäftsführerin des Centro, die gerade den Rundgang durch den Saal macht. «Claudia weiss noch immer, wann ich krank war in den Ferien», sagt er. «Ja, immer am Anfang», sagt Zbären und lacht.
Es ist Ende August und der Tessiner Herbst lässt sich schon erahnen, es hat stark geregnet, der Luganersee schlägt Wellen. Das Saisonende naht und damit das Ende einer Ära im Centro Magliaso. Nach 35 Jahren gibt Zbären die Leitung ab, 20 Monate vor dem ordentlichen Rentenalter. Nun sitzt sie am langen Tisch im neu möblierten Aufenthaltsraum und erzählt von den Anfängen. Wie sie mit 27 Jahren spontan das Zepter übernahm. Erst ohne Vertrag, weil das Centro finanziell vor dem Aus stand. «Ich habe mich einfach in meinen Fiat gesetzt und bin ins Tessin gefahren.»
