«Begegnungen ermöglichen, die es sonst wohl nicht gäbe – das ist eines der Ziele meines Jobs. In der städtischen Quartierarbeit 4 und 5 wollen wir Räume dafür schaffen und machen verschiedenste Angebote für die Bevölke-rung. An eine Veranstaltung erinnere ich mich besonders gern. Jeden Herbst gibt es bei uns die Quartiersuppe: Leute aus dem Quartier kochen eine Suppe, wir stellen Punsch zur Verfügung, es gibt Marroni, und alle, die an der Bäckeranlage vorbeikom-men, können sich an Feuerschalen wärmen.
Im Lauf eines Abends entdeckte ich, wie sich an einem der Tische eine besondere Gruppe zusammengefunden hatte. Eine Mutter mit Kind, ein älterer Herr, ein Geflüchteter und ein Drogensüchtiger assen gemeinsam Minestrone. Sie unterhielten sich und hatten eine gute Zeit miteinander. Irgendwann schlief der Drogensüchtige friedlich im mit Fellen ausgelegten Stuhl ein. Dieses Zusammensein hat mich sehr berührt. Denn es zeigt, wie gut das Brückenbauen tatsächlich gelingen kann.» Aufgezeichnet: ck
Tenzin Sewo, 47, ist soziokulturelle Animatorin und arbeitet für die Quartierarbeit 4 und 5 der Stadt Zürich.
