Fuldera liegt im oberen Teil der Val Müstair. Anders als viele alten Kirchen ist diese Kirche, dessen Schutzpatron der Heilige Rochus ist, nach Süden ausgerichtet. Damit fängt sie so viel Licht wie möglich ein, geht doch die Sonne über den Bergen meist erst im Südosten auf und bereits im Südwesten wieder unter.
Das Innere der Kirche ist äusserst schlicht gehalten, ohne Bilder oder Bibelsprüche. Auf der rechten Seite entdecken wir ein Gebet in lateinischer Sprache. In den Intarsien des Abendmahltisches steht in romanischer Sprache: Wir erinnern uns an den Tod unseres Herrn Jesus Christus.
Wegen Einsatz für soziale Abgabe das Tal verlassen müssen
Erbaut wurde die Kirche im Jahre 1708. Lange Zeit war sie selbständig, bis es im Jahre 2008 zur Pastoralgemeinschaft mit Tschierv und Lü kam. Nun ist sie Teil der Evangelischen Kirchgemeinde Val Müstair.
Ein prominenter Pfarrer war William Wolfensberger, der hier von 1914 bis 1916 predigte. Bekannt ist Wolfensberger vor allem für seine Erzählungen, die das politische und soziale Leben beschreiben. Er musste das Tal verlassen, weil er sich für eine Abgabe einsetzte, welche die Reichen hätten leisten sollen.
Kirche von Fuldera ist «die Menschliche»
Der langjährige Pfarrer Hans-Peter Schreich-Stuppan, der eine umfangreiche Dokumentation der Kirchen des Tales herausgegeben hat, nennt diese Kirche «die Menschliche».
Im Video erzählt Curdin Bott, der im Kirchgemeindevorstand tätig ist, unter anderem mit welchen Anforderungen und Aufgaben er als Verantwortlicher der Immobilien konfrontiert ist.
