«Silent Friend» ist wohl der erste Film, in dessen Abspann Pflanzen als gleichrangige Hauptdarsteller genannt werden.
Der alte Ginkgo im Film, der im botanischen Garten der Philipps-Universität in Marburg steht, strahlt eine spürbare Energie aus. So eine Erfahrung mit einem Baum kennt auch Pierre Stutz. Der Schweizer Theologe und spirituelle Bestsellerautor lebt mit Bäumen. «Als einmal einer meiner Lieblingsbäume gefällt wurde, entstand in mir eine Leerstelle. Das zeigt, dass wir mit der Schöpfung viel mehr verbunden sind, als wir es annehmen», sagt er.
So folgte auch Pierre Stutz unlängst im Kino den drei Lebensläufen aus verschiedenen Epochen, die mit dem Ginkgo-Baum eng verknüpft sind: Der Neurowissenschafter Tony wird als Gastprofessor an der Philipps-Universität in Marburg 2020 vom Lockdown überrascht. Die Langeweile vertreibt er sich, indem er die Energieströme des Ginkgos misst. Anfang der 1970 will die Studentin Gundula und ihr Mitbewohner Hannes mithilfe einer selbst gebauten technischen Konstruktion an einer empfindsamen Geranie beweisen, dass auch Pflanzen eine Form von Wahrnehmung besitzen. Und hundert Jahre zuvor wurde die talentierte Grete am selben Ort als erste Frau zum Biologiestudium zugelassen.
