Erstellt: 27.01.2012
Krankheit und Therapie
Informationen und Begriffserklärung

Leukämie. Leukämie ist eine bösartige Erkrankung der weissen Blutkörperchen (auch «Blutkrebs» genannt), verursacht durch genetische Veränderungen in den Blutstammzellen. Dadurch gelangen unreife weisse Blutkörperchen in den Blutkreislauf, vermehren sich dort unkontrolliert und verdrängen die gesunden Blutkörperchen.
Bei akuter Leukämie ist die Ausreifung der Blutzellen sehr stark beeinträchtigt, die Heilungschance liegt bei vierzig bis fünfzig Prozent, je nach Alter der Betroffenen. Bei anderen Leukämieformen ist die Zellfunktion nur wenig gestört, sie verlaufen eher chronisch. Leukämien gibt es in verschiedenen Formen, teils mit besserem, teils mit ungünstigerem Verlauf.

Transplantation. Die Transplantation von Blutstammzellen wird hauptsächlich zur Behandlung von Blutkrebs eingesetzt, aber auch für andere, zum Beispiel angeborene Erkrankungen des Blutsystems. Ihr Erfolg hängt von der Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Spender und Empfänger ab. Im Gegensatz zu den bloss vier Blutgruppen im System der AB0-Blutgruppen gibt es hier aber Millionen verschiedener Kombinationen. Mithilfe einer Datenbank, in der sich über neunzehn Millionen Freiwillige weltweit registriert haben, wird ein passender Spender gesucht.

Empfänger. Wenn sichergestellt ist, dass der gewählte Spender gesund und verfügbar ist, wird der Zeitplan für die Transplantation festgelegt. Zur Vorbereitung gehören Routineuntersuchungen zum allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie die sogenannte Konditionierung, bei der durch Chemotherapie und/oder Bestrahlung der grösste Anteil der bösartigen Zellen vernichtet wird.

Spender. Auch er muss während einiger Tage medikamentös behandelt werden. Die Medikamente bewirken, dass Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut wandern. Kurz vor der Transplantation wird der Spender während rund sechs Stunden an ein Gerät angeschlossen, das dem Blut die Blutstammzellen entnimmt. Sie werden nun unverzüglich und oftmals über weite Strecken zum Empfänger gebracht und intravenös verabreicht. Die Stammzellen wandern aus dem Blut ins Knochenmark und beginnen sich dort zu teilen und auszureifen. Diese Periode dauert zwei bis drei Wochen. Während dieser Zeit ist die empfangende Person sehr anfällig für Infektionen. Wenn der Anstieg der Zahl der Blutzellen zeigt, dass das Transplantat anwächst, und wenn es nicht zu starken Abstossungsreaktionen kommt, kann die behandelte Person aus der Spitalpflege entlassen werden. Sie braucht aber eine intensive Nachbehandlung.

Informationen: Bundesamt für Gesundheit www.bag.admin.ch/transplantation.
Unter folgenden Adressen kann man sich für eine Stammzellenspende registrieren: www.blutstammzellen.ch www.sbsc.ch