Und tschüss: Immer mehr Menschen treten zur reformierten Kirche aus (Bild: Yoshiko Kusano)
Und tschüss: Immer mehr Menschen treten zur reformierten Kirche aus (Bild: Yoshiko Kusano)
Erstellt: 26.08.2010 16:06:34
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Am 15. September diskutieren hochkarätige Fachleute bei einem Podium von «reformiert.» das Thema Kirchenaustritt. «Reformiert.» möchte dabei auch möglichst viele Stimmen von Leserinnen und Lesern einbringen und fragt Sie deshalb:

Warum, liebe Leserin, sind Sie in der reformierten Kirche noch dabei?
Warum, lieber Leser, sind Sie ausgetreten?

Wir freuen uns über Ihre Gründe, Überlegungen, Meinungen, Ansichten und Ihre Fragen im unten stehenden Forum.

68 Kommentare
Konrad Zimmermann
12.11.2010
11:14 Uhr
zukunft der reformierten kirche
wünsche meinerseits. keine doofe seinsmystik. dafür mehr historisches bewusstsein und mehr christozentrisch. ohne das philosophische denken aber ganz aufzugeben.
Konrad Zimmermann
17.09.2010
11:04 Uhr
Gute Geister...
Ich fand den Abend in der Nydeggkirche recht eindrücklich, und als einen Beweis von lebendiger Kirche kann er gelten, wenn auch das Mikrophon nicht beschwerdefrei funktionierte. Um was man sich bemühen musste: Langsam reden und verständlich...
Zu den "bösen Geistern" von "Schwäbi" unter der Kanzel muss man wohl mit Goethes Faust sagen: "Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will, und doch das Gute schafft". Die "Transformation" geschieht wohl am ehesten in einem guten Gespräch, zum Beispiel bei Züpfe und Wein, wie am Schluss der Veranstaltung.- Wer aber Tanzen mag, kann auch tanzen!
Die Referenten empfand ich alle als sehr aufrichtig und authentisch. Man spürte, dass sie ein Ziel haben, und die Aufgaben, die sich stellen, anpacken wollen. Bravo!
(...)
Von den von mir erwähnten Autoren ein paar Bücherhinweise: C.G.Jung/Zur Psychologie westlicher und östlicher Religionen; Albert Schweitzer/Die Weltanschauung der indischen Denker, Die Mystik des Apostels Paulus; Paul Tillich/Systematische Theologie. Motto: Des abendländischen Denkens ist kein Ende.- Hans Küng/Das Christentum.
Danke den Veranstaltern.
(...)
Weitere:
Teilhard de Chardin/Der Mensch im Kosmos. Karl Barth/Der Römerbrief.
Konrad Zimmermann
15.11.2010
13:52 Uhr
AW: Gute Geister...
an reformiert und schwäbi. berichtigung. das zitat lautet ich bin ein teil von jener kraft die stets das böse will und stets das gute schafft.liebe grüsse.15.11.10. k.zi.
m
16.09.2010
22:46 Uhr
böse geister
als ich gestern nacht die beleuchtete nydeggkirche bewundernd betrachtete, kam in mir der gedanke auf: ich möchte diese gebäude betanzen. einige würden vielleicht sagen: so bringst du "böse geister" hinein. meine erfahrung ist aber gerade umgekehrt: sie werden - zumal gerade unter der kanzel - verscheucht (integration, transformation). z'tanz ging ich dann in das kulturzentr progr: pop-abend. da gab es einiges zu leiden. aber doch, da kommt doch noch wind auf, gewissermassen zum thema, mit einer etwas aggressiver bewegten passage: "words don't come easy..."
Thönen Lotte und Martin
15.09.2010
15:52 Uhr
Warum bleibe ich?
Leider gehöre ich auch zu denen, die nicht fleissig in die Kirche gehen. Vor gut 50 Jahren war der Herr Pfarrer eine Mann, unnahbar und streng, vor dem ich im Unterricht gezittert habe. Nie hätte ich ihm etwas anvertraut oder ihn um Rat gefragt. Es hat sich sehr, sehr viel verändert. Die Kirche ist "menschlicher" geworden. In unserer Gemeinde werden die Jugendlichen und die Kinder sehr gut betreut und mit ihnen wird sehr viel unternommen und aufgebaut. Es finden viele kirchliche Anlässe statt, die es früher nie gab. Dauernde "Events" braucht es nicht. Ich liebe meine reformierte Kirche, weil ich mich frei und ohne inneren Zwang eingebunden fühle! Darum bleibe ich.
Konrad Zimmermann
15.09.2010
13:24 Uhr
Ich glaube an...Ich bleibe in...
Ich glaube an...die Demokratie,an die Gesellschaft, an Jesus Christus, an die Kirche, an die Menschen...
Aber ich habe Mühe mit der jetzigen reformierten Kirche. Welches wäre ihre Aufgabe? Wieso die vielen Austritte?- Nicht die vielen, die anderswo "aufgehoben" sich fühlen, sondern die vielen, die mit dem Gebotenen unzufrieden sind, beschäftigen mich hier.
Meine Antwort ist ziemlich einfach: DIE KIRCHE HAELT SICH NICHT AN DAS WAS SIE VERSPRICHT, UND WAS SIE SICH AUF DIE FAHNE GESCHRIEBEN HAT...- Kurz: Sie ist unglaubwürdig geworden!- Sie hat eine sehr gute Kirchenordnung; aber sie setzt sie nicht, oder nur ungenügend um. Sie schaut über den Zaun, was man sonst noch alles machen kann: Buddhismus, Meditation, soziales Engagement, Krabbelgruppen. Aber: SIE VERNACHLAESSIGT DAS KERNGESCHAEFT.
Als ich den Synodalrat mal drauf aufmerksam machte, dass die Kirchenordnung mangelhaft umgesetzt wird, erwiderte er, diese sei "kein kanonisches Recht", was ich nur so verstehen konnte, dass sie eigentlich nicht verbindlich ist. Ein eigentliches Glaubensbekenntnis zu Jesus Christus hört man von den seltensten reformierten Pfarrern noch ausgesprochen. Ob sie sich noch intensiv um diesen Gegenstand bemühen?
Die reformierte Kirche ist immer mehr beliebig geworden. "Anything goes". Predigtlehre, Seelsorge, Liturgie, Hymnologie werden vernachlässigt. Kein Wunder, dass tiefer Suchende anderswo suchen MUESSEN.
Dass die heutige reformierte Kirche oft eine Verbindung von Buddhismus (Atheismus, Erlösung vom Leiden durch Ideologie) und Christentum (Umgedeuteter Jesus, Vernachlässigung des Urchristentums und der Apostel) ist - wie PETER WYSS schreibt- habe ich auch schon beobachtet. Schade, wenn man von beiden Religionen das Schlechteste zusammennimmt, und nicht das Beste! (so wie es das Lasalle-Haus versucht, oder wie es auch bedeutende Denker wie Albert Schweitzer, Paul Tillich, Teilhard de Chardin, Hans Küng, C.G.Jung, Karl Barth angegangen haben)
Meine Eltern waren auch schon unzufrieden mit der reformierten Kirche, respektive ihren Vertretern. Meine Mutter fand in den 80er Jahren zu wenig Christusglauben und Christusverständnis; meinem Vater konnte der Pfarrer im Konf-Unterricht, es war Anfangs 20. Jh., die Theodizee-Frage nicht erklären. Als er sich später, in den 50er Jahren öffentlich mit Yoga befasste, wurde er gar von zwei Pfarrherren öffentlich verunglimpft.
Der SYNODUS der Berner Kirche wäre eigentlich eine sehr liberale, einleuchtende, moderne, spirituelle Schrift, die man wieder einmal bis in alle Details durchstudieren müsste.
Die reformierte Kirche hätte eine BILDUNGSFUNKTION zu erfüllen im Gewoge der Meinungen und Spiritualitäten- auf christlicher Grundlage!
(...)
Ich bleibe in der Kirche...-obwohl es oft ein "Saftladen" ist, der nicht funktioniert; ich glaube aber, dass sich ein Körnchen von Jesus trotzdem noch darin versteckte hält, und als "Sauerteig" doch irgendwann aufgehen wird...
Auf das Gespräch heute abend bin ich gespannt!
Peter Schwarz
15.09.2010
10:53 Uhr
Glauben heisst zweifeln
Ich bin ausgetreten, weil ich es satt habe, in der Kirche wie ein Erstklässler abgespiesen zu werden – mit dem Evangelium, frontal von der Kanzel hinab verkündigt. Bitte, wir leben im Jahr 500 nach Luther, 200 nach Kant, 70 nach Freud – etwas davon möchte ich auch in meiner Kirche spüren, die sich die reformierte nennt.

Heisst: Ich kann nicht glauben, wenn zweifeln nicht ganz selbstverständlich dazu gehört. Ich kann das Evangelium nicht ernst nehmen, wenn ich in der Kirche nicht demütig und mutig mitdiskutieren darf, was denn zum Kuckuck Evangelium hier und heute heissen könnte: ganz persönlich und ganz politisch, versteht sich.

Ich zahle keine Kirchensteuer für Rechthaber, Fundamentalisten und Einwegkommunikatoren – Pfarrpersonen ja danke, aber dann bitte solche, die ihr theologisches, kirchengeschichtliches und philosophisches Wissen demokratisch, kollegial und erwachsenenbildnerisch topfit mit ihren Schafen teilen. Und dabei nicht vergessen, dass auch Lämmer heute einen IQ haben.

Hand aufs Herz: Sind wir nicht alle heute ein bisschen Atheisten, morgen ein bisschen Glaubende, übermorgen Agnostiker, überübermorgen Ewigkeitssehnsüchtige? Lüftet die Kirchenfenster – und lasst die Menschen herein, so wie sie sind. Wer weiss, vielleicht stehen sie schon vor der Tür.
Mechthild Schneider-Wand
15.09.2010
11:52 Uhr
AW: Glauben heisst zweifeln
Ich meine, sie - die Menschen - sind bereits drin in der Kirche, in den Bänken, auf der Kanzel, zwischen Buchdeckeln, in der Musik, ...
Das ist gut und macht es gleichzeitig nicht so leicht -

Darum sollten wir wohl lernen, uns konstruktiv zu Reiben und es immer neu versuchen, dieses wertvolle Miteinander einer verantwortungsvollen Gesellschaft, die auch ihre religiöse Identität lebt.
m
22.09.2010
22:40 Uhr
AW: Glauben heisst zweifeln
ich weder noch
konrad zimmermann
12.11.2010
11:06 Uhr
AW: AW: Glauben heisst zweifeln
haben sie noch weiterdiskutiert. schade dass gewisse texte gelöscht wurden. es geht doch um meinungen ueberlegungen ansichten zur reformierten kirche. ich bin wieder zurück aus dem tessin. ihre wesentlichen antworten auf meine fragen. fragen an meine adresse.liebe grüsse.
spannendes buch von über hesse. die einheit hinter den gegensätzen.spannend auch was georg schmid zu buddhismus im internet zu sagen hat.
m
16.11.2010
11:24 Uhr
AW: AW: AW: Glauben heisst zweifeln
wir - Sie und ich - waren die letzten, die noch diskutierten. die redaktion hat unsere "zusatzdiskussion" gelöscht. wenn Sie sagen, das sei schade, widerspreche ich Ihnen nicht. aber ich will die entscheidung der redaktion respektieren - nicht ohne dankbarkeit für "reformiert." und das dazugehörende forum... mfg maus schwäbi (aus=als)
Konrad Zimmermann
22.01.2011
22:53 Uhr
AW: AW: AW: AW: Glauben heisst zweifeln
An den Theologen Schwäbi:
Bei Heinrich Schmidt, Philosoph geb. 1874 lese ich:
"THEOLOGIE- die Lehre von den Göttern oder von Gott. Im engeren Sinne das System der christlichen Kirchenlehre. Die Theologie nimmt je nach dem konfessionellen Standpunkt eine andere Form an.
Die REALISTISCHE THEOLOGIE nimmt einen existierenden Gott an, der vor allem Anfang der Dinge existiert; für die IDEALISTISCHE THEOLOGIE ist Gott das höchste Ideal, das am Ende der Entwicklung steht. Jene ist intellektualistisch-dogmatisch, ihre Unmöglichkeit hat Kant erwiesen; diese gehört dem Gebiet des WILLENS, der PRAKTISCHEN VERNUNFT an, dem der Primat vor der theoretischen Vernunft gebührt. In dem höchsten Ideal dieser idealistischen Theologie laufen die Richtungslinien aller Wissenschaft und Kunst (Technik) zusammen." Phil. Wörterbuch 1934
Wenn das obige richtig ist, meinen Sie dann, dass die reformierte Theologie unserer Zeit mit ihrem Gottesbegriff eher zur realistischen oder zur idealistischen Theologie zu zählen ist? Lässt sich die realistische mit der idealistischen vereinigen?- Oder evtl. umgekehrt, die idealistische (der ideale Gott) mit der realistischen (dass wir Gott, das Ideal als VOR aller Entwicklung PROIJZIEREN, DENKEN; was auch Sinn machen KOENNTE?). mfG K.Zi.
P.S. Ich glaube an Gott- heisst NICHT dass ich ihn beweisen kann; eben nicht. Aber: dass ich an ihn (und seinen Werten) festhalte, mich auf ihn beziehe, diese Ideale für mich als leuchtend, wirksam ansehe. Ich glaube an Gott. d en idealen Gott. das Gute.- Tue ich es nicht, hat meine Seele schon fast einen Defekt: sie ist dann traurig, untätig, deprimiert, richtungslos...hoffnungslos...willenlos...nicht-au sgerichtet...
Somit die Gretchenfrage: östliche Leere, Nichtsein, oder christliche Fülle, Spannung, Nicht-Loslassen (T. de Chardin: ein Gott der Spannung, nicht der Entspannung) (Synkretismus oder Oekumenismus, 15. Dez. 1946)
m
26.01.2011
01:09 Uhr
AW: AW: AW: AW: AW: Glauben heisst zweifeln
gott, sich selbst ursprung, offenbart sich und wird so zum inhalt, zum gegenstand - mit dem aspekt der idee. bei mir die idee nur unvollständig zu antworten, mich einerseits an die unausgesprochenen spielregeln zu halten (dass die diskussion beendet ist) und anderesseits nicht ein völlig redundanzloses nichts (keine antwort). im bund hat kürzlich ein astronom über die materie gesprochen: mit ihr hat alles angefangen, aus ihr hat sich die gottesidee entwickelt. er spricht dann noch von der liebe, und man könnte ihn fragen,ob nicht sie im anfang...
Konrad Zimmermann
01.02.2011
23:42 Uhr
AW: AW: AW: AW: AW: AW: Glauben heisst zweifeln
Interessante Antwort! Ei oder Huhn?-
Aber: wo kommt die Offenbarung her?- Hat sie das Huhn selbst?- Was ist ihr Inhalt?- die WAHRHEIT der Welt?- Oder eine bestimmte Ideologie?
Ihr Offenbarungsbegriff (und Inhalt) ist mir noch nicht ganz klar.

Zur Lage der reformierten Kirche:
Die reformierte Kirche arbeitet heute öfter mit immanenten, d.h. ökologischen Gottesbegriffen (Quelle des Lebens, Urgrund des Seins, Einheit des Alls etc.)- damit ist sie aber nicht mehr fähig (oder nur schwer) die KIRCHENORDNUNG, die von Gottesbegriffen wie Wort, Logos, Jesus (Christus) ausgeht, adäquat umzusetzen; eigentlich wird da ein transzendenter Gott vorausgesetzt, der zum MENSCHEN SPRICHT- z.Bsp. im Wort Gottes der biblischen Urkunden...!
Ein solches Wort braucht eine Aufnahme im DENKENDEN Menschen (Wahrheit)- da reicht allein Vertrauen (und Liebe) nicht aus...-Wichtig: ein Gespräch mit einem Gegenüber (Moses, Hiob...) ist urbiblisch...
Nach zu viel Mystik tut auch einfach der Satz von Barth gut zu bedenken: Gott im Himmel, und Du Mensch auf Erden...-
mfg 1.2.11 K.Zi.
m
02.02.2011
17:11 Uhr
AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: Glauben heisst zweifeln
neue diskussion: atomenergie (im forum)
Konrad Zimmermann
03.02.2011
00:20 Uhr
AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: Glauben heisst zweifeln
ist das wirklich ein religiöses Thema, oder nicht vielleicht eher etwas technisches?
Zugegeben: Verantwortung, Kinder, Zukunft, Umgang mit Natur hat auch mit Religion (Bewahrung der Schöpfung) zu tun. mfg 2.2.11 K.Zi.
Mechthild Schneider-Wand
15.09.2010
09:35 Uhr
ich bin eingetreten
Nach ein paar Jahren ohne Konfessionszugehörigkeit, bin ich vor ca 15 Jahren in die ev. ref. Kirche eingetreten. Die „offene Such- und Weggemeinschaft“ und das „Priestertum aller Gläubigen“ sind für mich wichtige Aspekte, die ich wörtlich nehme.

Ich war in der konfessionslosen Zeit nicht ohne Gott unterwegs und denke es ist wichtig, in der Diskussion immer wieder daran zu denken, dass die Zugehörigkeit zur Kirche und ein Unterwegssein mit Gott nicht das Gleiche sind.

Als selbstverantwortlicher Mensch ist heute eine Predigt ein Impuls für mich, nicht ein „von oben herab Diktieren“. Ich höre in den Worten die Auslegung, die Sicht der Redenden. Ich sehe auch den Mensch hinter den Worten.

Kirchenaustritte stehen meiner Meinung nach nicht für eine Entsolidarisierung in unserer Gesellschaft. Ich denke, es sind Austritte aus einer Struktur, die als lebensuntauglich empfunden wird. Es scheint, dass die Zugehörigkeit zur Kirche wie ein altes Erbstück erlebt werden kann, zu dem man keine Beziehung hat, es steht sogar im Weg, man trennt sich irgendwann davon. Und merkt vielleicht dann später, welche Bedeutung es haben könnte.

Unsere Gesellschaft ist im Begriff viele Strukturen zu hinterfragen, auch die Ehe ist eine davon. Menschen wollen ihr Leben nicht mehr auf Sand bauen, sondern auf stabilen, elastischen, beweglichen Grund. Der Weg dorthin geht oft durch Dunkelheit, es braucht Mut und Eigenverantwortlichkeit. In der offenen Such- und Weggemeinschaft unterstützten wir uns gegenseitig auf diesem Weg.

Auch wenn die Auflösung vermeintlich Sicherheit gebender Strukturen oft schmerzhaft ist und Angst auslösen kann, so ist doch ein grosses Potenzial an Lebendigkeit darin. Dieses Abschiednehmen von Altem und auf Neues zu gehen ist durchaus christlich. Ich vertraue darauf, dass diese Wege gehalten sind.
Andreas Theiler
09.09.2010
17:26 Uhr
Ich bleibe
Es sind zu viele gute Erinnerungen mit guten Kirchen respektive Kirchenleuten respektive Leuten, welche die gleichen Anlässe organisierten oder besuchten wie ich, als dass ich austreten könnte. Das fängt gleich nach der Konfirmation an, mit Junger Kirche, Sonntagsschulunterricht, wird später unterbrochen, dann setze ich wieder ein, dieses Mal in einer Landgemeinde statt in Bern. Die Gottesdienste, normale und spezielle, das gemeinsame Singen in einem ad hoc-Chor, das miteinander Feiern - das sind ein paar Beispiele.
Ich bin zwar seit einigen Jahren nicht mehr aktiv in einer Kirchgemeine tätig, irgendwie fehlt mir die Energie, mir wieder eine kirchliche Heimat zu suchen, die mir in den meisten Teilen entspricht. Eines Tages raffe ich mich wohl dazu wieder auf - hoffe ich insgeheim.
Die reformierte Kirche als Institution braucht es in der heutigen Zeit! Und was soll's, wenn sie nicht mehr die Mehrheit vertritt - ist das ein Gütekriterium?
Helene Lanz
08.09.2010
13:20 Uhr
Austreten oder nicht?
Ich bin protestantisch aufgewachsen, und habe mich schon als Kind geweigert in die Sonntagsschule zu gehen.Dann ging ich schon früh meinen eigenen spirituellen Weg, und war, bin und werde wohl immer eine Suchende bleiben. Das erhält legendig, und so muss Religiosität auch sein.Lebendig, undogmatisch und immer für einen Wechsel bereit und doch im innersten Ewig. Warum ich ausgetreten bin war die Erkenntnis:Keine Wahrheit ist "die" Wahrheit, sonst hat der Religionskrieg schon begonnen. Ich lebe meine Religiosität im Alltag. und die Offenheit von "Reformiert" entlockt mir ab und zu eine Träne der Berührtheit, und der Hoffnung, trotz Allem nicht aufzugeben und an das Wirken(Wirklichkeit) der Wahrheit zu glauben. Danke, dass es Euch gibt!!!!!!
Dr. H. Erhan Ermutlu
01.09.2010
15:32 Uhr
Ich glaube... ich trete aus..
I am 73 years old, born in Turkey, lived in Portugal 2 years, in England 3 years and in Switzerland 34 years.
I was born to a Muslim family, so, if I have to belong to an organized traditional religion, I should be Muslim. However, even if that should be so,
I can only be considered as a LIBERAL MUSLIM...

So, more than half of my life, I lived in countries where the population is, all sorts of Christians.

So far, nobody was interested in what my religion is, and, I was not interested in what do they believe...
Religion has never been a problem, even never been a subject to talk about..
All people I was involved during these 39 years; work colleagues, friends, etc., mutually respected each others believes.
And, I lived and worked together with them in peace...

Last year, in relation with some articles I read in the Turkish issue of "4telstunde", I send some comments but, unfortunately, these
comments were never published by "4telstunde".

Assuming that my comments are parallel to the subject of this present Forum, I decided to send some parts of my correspondence with
"4telstunde" to this Forum, as follows:

"Fear from God disappears slowly..."

Is it really a bad news?

For the traditional religion organizations it may be a bad news.
Because, as it seems, their power basis is "the fear from God".
If this fear disappears, then their power as well.

In my view, it is a good news.

As the human mind developed, now, human beings do not
fear from God.
Instead they, more and more, LOVE GOD.

They no longer need to follow the rules specified at least
one and a half thousands years ago by the traditional religions.
They now know the reason of their existence and they know
how to achieve the goals of their lives:
That is not for praying God to forgive them,
but to live decently as a good citizen,contribute positively to the community they live in,
and enjoy the life modestly in their free times.
I do not know why they should pray for forgiveness.

They love God, they work hard, they enjoy the life..
That is the modern way of praying, then they believe
God loves them...
No more fear from God.

As it is already known as "to develop own religion",
indeed, more and more, human beings find their own God in their own minds and privatize their believes.
They now know that there would be nobody between themselves and God..
They no longer need the help of clergies..
And, religion will no longer be used by the politicians.

According to statistical info, only %10 of the Swiss population is devoted and active Christian, clearly indicates this reality.

That is the tendency, not only in Switzerland, but in all
developed countries, all over the World.

I draw your attention to the last year's referendum in Berlin
about the religious lessons in schools.
That referendum is rejected by Berliners.
They do not want minds of their children being influenced by traditional religions.

So, let the individuals FREE TO FIND THEIR OWN GOD.
Peter Tschanz
01.09.2010
12:48 Uhr
Kircheneintritt
Kircheneintritt
Warum bin ich in die Kirche eingetreten?
Mein Eintrittsgrund könnte ein Austrittsgrund für Andersdenkende sein.
Gründe:
1. Die Kirche toleriert heutzutage Andersdenkende!
2. Die Kirche fördert Solidarität in der Gesellschaft, weltweit. Parteien hingegen sind oft nur innerhalb ihrer Gruppe solidarisch.
3. Wegen dem Gebot der Nächsten- Entferntesten- und Feindesliebe.
4. Alte Weisheiten sollen nicht verloren gehen. Dogmen allerdings, gehören zur Geschichte, also ins Museum damit. ( Gott befahl diejenigen zu töten… ) Die Kirche trägt viel Ballast der Geschichte mit sich: Absurde Dogmen verbreiten, Waffen segnen, das alte Testament wird auch von Diktatoren als Handbuch benutzt.
5. Wegen der Leistung der Pfarrer Innen in Seelsorge.
6. Ich bin Gegner von neuen Götzen, wie Autos ( je mehr P.S. desto …. ), Stars ( Sport , Film ) Fernreisen. ( Aber ich fahre gelegentlich Auto)

Aber: Ich gehöre zu denjenigen 30 % Kirchenmitgliedern, welche NICHT an einen persönlichen Gott glauben. Gott ist ein philosophischer Begriff, oder ein Produkt der menschlichen Not, Angst, Hoffnung, sowie eine Erklärungshilfe. Die Frage, ob Gott existiert, hat für mich keine Priorität, ich beantworte diese Frage nicht.

Sollte ich am Sonntag in die Kirche gehen, müsste folgende Änderung der Kultur gemacht werden: ( Kostenneutral )
An zwei Sonntagen pro Monat bleibt der Gottesdienst traditionell, an den anderen zwei Sonntagen wird er nach neuem Stil durchgeführt:
Sitzt der Pfarrer ( Rabbi, Imam ) in Alltagskleidern in der MITTE der Besucher,
- Hat „ neben der Bibel eine Zeitung“
- Vergleicht Alltagssorgen der Menschen mit Beispielen aus der Bibel, Talmud, Koran uAm.
- Es gibt keine Rituale, keine kultischen Handlungen, kein Bezug zu Übersinnlichem, Spirituellem. Ausnahme: siehe nächster Satz, die Anwesenden wünschen es!
- Die Besucher können Musik zB. auf einer CD mitbringen, und den Anlass auch thematisch mitgestalten, auch kritisieren.
- Handeln, nicht beten !

Ich frage mich auch, ob mit dem Eingehen der Kirche auf die Bedürfnisse der genannten 30 %
Zweifler, für mehr Mitglieder gesorgt werden könnte.

Menschen mit einer prophetischen Qualität gab es, und gibt es auch heute noch. Sie haben für mich, unter sich eine ähnliche Wichtigkeit. ( Kein Wettbewerb, welcher gottgefälliger sei, kein Personenkult! ) zB. Jesus, Mohammed, Gandhi, Hammarskjöld, Mutter Theresa, Ursula Brunner die „Bananenfrau“ , Lotti Latrous und viele Andere.

PS. Nachdem ich mehrere Einträge gelesen habe, muss ich den Verantwortlichen dieses Podiums für ihren Mut gratulieren. Wir sind alle verschieden, und müssen in diesem Podium aufeinander Rücksicht nehmen. Wer nicht gegen uns ist, ist für uns.
Es wird eine Schwerarbeit für die Theologen, aus unseren Beiträgen einen Konsens zu finden. Lasst uns mithelfen!

Peter Tschanz Lenzburg

m
09.09.2010
21:31 Uhr
AW: Kircheneintritt
soweit alles in allem ist, sind wir person. der alles verändernden vereinigung von allem mit allem (1.kor.15,28) ähnlich. oder anders herum: die alles verändernde vereinigung von allem mit allem ist personähnlich. es verwundert mich nicht, dass sie reden kann und sagt: ich bin eine schöpferin. sie projiziert geschöpfliches auf sich selbst. (mehr: google oder facebook.com schwäbi/diskussion vom 1.mai 6 + diskussion "reformiert.info" etc.)
Jean - Marc Schweizer
01.09.2010
11:58 Uhr
Ich galube... ich trete aus
„ Wir alle sind Zweifelnde“

Man stelle sich vor es gäbe keine Religion, die in der Entwickung der Menschheit, eine von der kruden Durchsetzung der Egoismen der einzelnen Individuen, unterschiedliche ethische Wertung vorgeben würde.
Die Kirchen sind historisch die Repräsentanten der Religion seit eh und je gewesen. Aus der Religion hat sich die Ethik entwicklelt. Nach der Aufklärungn dann die materialistische Auffassung von Welt und Kosmos.
Nur hat die materialistische mathematisch-kausal-deterministische Erklärungweise des Entstehens des Kosmos, dass alle Entwicklung aus dem Urknall entstanden sei, keine ethischen Grundlagen für das Zusammenleben oder Verhaltensanweisung für den Umgang mieinander in der Gesellschaft vorweisen können.
Aus der naturwissenschaftlichen Erklärungen zur Entstehung des Kosmos und unserer Erde, der Natur, des Lebens, der Entwicklung ist kein einziges ethisches Gesetz hevorgegangen.
Da ist alles Zufall und Überleben des Stärkeren.
Das Zusammenbringen von Kosmologie mit dem Schöpfungsgedanken ( der übrigens nicht nur in der christlichen Religion gegeben ist ) ist für uns Heutige ein unlösbares Rätsel und vielleicht nur annehmbar, wenn man wie Nils Bohr es für die Atomphysik fomuliert hat, diese als komplemenär zu einander verstehen kann (die Wellen- und die Partikelstruktur des Lichts, je nach Experiment das man durchführt ist als komplementär, und nicht als Widerspruch zu verstehen ).
Somit bleiben uns die Zweifel erhalten, wie wir alles, was aus der Religion zu uns gesagt wird oder das was die Naturwissenschaft postuliert, einordnen sollen.

Die Kirchen sind heute ( nach der Reformation) nun die Repäsentanten von Konfessionen, also unterschiedlicher Auslegungen von Religion und gekennzeichnet dadurch, dass sie den ethischen Prinzipien für das Zusammenleben näher stehen als die Naturwissenschaften.
Wenn man die Kirchen aber als Dienstleistungsunternehmen aus einer kommerzieller Haltung heraus auf Grund von Nutzen -/Kostenüberlegungen hin beanspruchen möchte, dann tritt man wohl aus, wenn das eigene materielle Wohlergehen im Vodergrund steht.
Weder die Parteien, der Fussballverein noch der Quartierverein können, was zu Relion zu sagen ist, als Ersatz für die Kirchen gelten.
Die kirchlichen Insitutioen sind als weltliche Organiationen genau so fehlbar wie die Menschen und alle Organisationen; aber aus dem oben gesagten, bleibe ich Mitglied.
m
09.09.2010
21:47 Uhr
AW: Ich galube... ich trete aus
müsste nicht, wer zweifelt, auch am zweifel zweifeln? (s.a. aw gerade "über" ihrem beitrag, was aber nicht "von oben herab" sein will)
Fred Feuz
01.09.2010
11:47 Uhr
Banal
Ein paar Gründe, die mich zum Kirchenaustritt bewogen haben:
Gegen 5 muslimische Elternpaare, welche ihre Kinder vom obligatorischen Schwimmunterricht fernhielten, hat kürzlich das Basler Erziehungsdepartement eine Geldstrafe von Fr. 350 pro Kind verhängt. Diese Geldstrafen werden nun aber von einem ehemaligen reformierten Pfarrer bezahlt: Er will auf diese Weise - wie er sagt - Integrationsarbeit für Muslime“ leisten. Mit einer solchen Haltung wird unser Rechtsstaat mit seinen Gesetzen unterwandert und die Integration eben gerade verhindert. Ins gleiche Kapitel gehören Forderungen aus christlichen Kreisen, den illegal oder abgewiesenen Asylbewerbern in der Schweiz eine Lehre anzubieten. Diese Leute haben absichtlich ihre Ausweispapiere beim illegalen Grenzübertritt fortgeworfen – wie von den Schleppern empfohlen – oder sie verlassen unser Land einfach nicht, obschon sie dazu aufgefordert worden sind, weil ihr Asylgesuch unbegründet war und deshalb abgewiesen wurde.
Ein älterer Pfarrer schrieb kürzlich in der Berner Zeitung, er wisse auch nicht, ob es ein Leben nach dem Tode gebe, und ein Theologieprofessor von der UNI-Bern sagte in einem Interview, er sei sich nicht sicher, ob Gott existiere! Solches von einer Person zu hören, der unsere Pfarrer ausbildet, muss jeden Christen nachdenklich stimmen.
Was habe ich mich schon über Predigten des Pfarrers meiner Wohngemeinde geärgert. So nichtssagend, so banal und so daneben waren sie. Da kommt man sich als Christ schon etwas doof vor, wenn da nicht mehr Tiefgang vorhanden ist. Statt sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen, verbreiten Kirchenvertreter Unsicherheit unter der christlichen Bevölkerung und sind drauf und dran, den christlichen Glauben dem Islam preiszugeben, anstatt dafür zu kämpfen.
schärer, schöftland (per fax)
01.09.2010
11:33 Uhr
ich leide an meiner kirche

Der Gedanke, aus der Kirche auszutreten, beschäftigt mich nicht. Ich werde in der evangelischen Kirche Mitglied bleiben und die Kirchensteuer berappen, obwohl ich nicht mehr so richtig weiss, weshalb. Meine Kirche ist träge geworden, nicht zuletzt wohl, weil sie eine Staatskirche ist und die Steuereinnahmen leistungsunabhängig fliessen. Ich weiss auch nicht mehr so richtig, was fehlte, wenn es meine Amtskirche nicht mehr gäbe. Ich werfe ihr vor, sie habe in unseren Breitengraden ihre sozialen Aufgaben delegiert und sei vor allem, rücksichtsvolle ausgedrückt, eine "Kirche der grossen Worte" geworden. Bestärkt werde ich in dieser Meinung durch den Vortragsaktivismus der kirchlich Verbeamteten, wofür sie hoffentlich die Anerkennung ihrer Klientel einheimsen, aber damit wohl kaum neue Kirchenmitglieder gewinnen. Und das müsste in der heutigen Situatuon die übergelagerte Zielsetzung sein!
Man stelle sich einmal ketzerisch vor, die Kirchen erhielten keine Steuern mehr, sondern müssten mit dem auskommen, was sie für ihre Leistungen verrechnen könnten und erhielten! Das dürfte für die Amtsinhaberinnen und -inhaber zu weniger Studierzimmer, aber mehr Feldarbeit führen.
Auch bin ich mir nicht mehr sicher, wenn ich den Lauf der Welt beobachte, ob die zu verkündende Botschaft so stimmt, wie sie verkündet wird. In diesen Zweifeln werde ich bestärkt im Wissen darum, dass weitaus die meisten der frisch Konfirmierten am kirchlichen Leben schon unmittelbar nach dem "Event" nicht mehr teilnehmen!
Bemühend ist, dass freikirchliche Organisationen erfolgreicher als unsere Amtskirchen zu sein scheinen. Aus meiner Sicht ist hier entscheidend, dass die freikirchlichen Organisationen auf die Leute, auch auf die weniger Gläubigen, zugehen, während die Amtskirchen erwarten, dass man auf sie zukommt!
Ich leide an meiner Kirche.
Theres Rentsch-Senn
31.08.2010
22:50 Uhr
Kirchenaustritt

Ich setze mich mit religiösen Fragen auseinander, habe mir aber auch schon aus politischen, gesellschaftspolitischen und vor allem auch inhaltlichen Gründen überlegt, aus der Kirche auszutreten.

Die Zeitung „reformiert“ lese ich, ärgere mich aber regelmässig darüber, weil ich sie oberflächlich, banal, beliebig finde. Ähnliche Themen kommen auch im Beobachter oder im Amnesty- oder WWF-Heft etc. vor. Ich kann nicht verstehen, dass die Kirche in ihrem offiziellen Organ Ihre Kernbotschaft, den Glauben an eine „andere Welt“, an Gott und die Spiritualität so schlecht verkauft.

Politische Gründe: Selbstverständlich muss die Kirche für ihre Anliegen wie Gerechtigkeit, sozialer Ausgleich, Bewahrung der Schöpfung einstehen. Sie soll sich aber nicht in die Tagespolitik einmischen. Z.B. bin ich mit dem bedingungslosen Einstehen für abgewiesene Asylbewerber und für Sans-Papiers gar nicht einverstanden. Es ist blauäugig zu meinen, dass jeder Mensch, der in die Schweiz kommt, hier bleiben kann.

Gesellschaftspolitische Gründe: Die Kirche tut sich schwer, die aktive, arbeitende Bevölkerung zu erreichen. Es gibt z.B. kaum Angebote für Menschen, die leistungsorientiert sind, die etwas in der Wirtschaft und Gesellschaft gestalten wollen. Warum ist das eigentlich so? Viele Menschen, v.a. auch Intellektuelle, wenden sich heute dem Buddhismus zu, weil sie dort die gesuchte spirituelle Nahrung erhalten. A propos andere Religionen: Die Kirche muss mich nicht über andere Religionen aufklären, dafür besser über meine eigene!. Was einem im Zusammenhang mit dem Islam in der Schweiz Angst machen kann, sind nicht die Muslime an und für sich, sondern die Schwäche und Unfähigkeit der christlichen Kirchen, die diesem Glauben nichts entgegen zu setzen haben.

Inhalt: Ich war auch mit dem kirchlichen Unterricht meiner Kinder nicht zufrieden: Es wurde gespielt, über Drogen und Drittwelt gesprochen, Themen, die schon in der Schule durchgenommen worden waren. Nie wurden Bibeltexte gelesen und auf ihren Gehalt hin angeschaut. Verwundert es einem, dass vor allem die jüngere Generation biblische Analphabeten sind? Die Menschen verstehen die bildlichen Darstellungen in den Kirchen nicht mehr, sie kennen die Bedeutung der christlichen Feste nicht mehr, der Bezug zu unseren kulturellen Wurzeln geht verloren. Auf die uralten Menschheits-Fragen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist meine Aufgabe in dieser Welt? wird heute kaum eingegangen. Dabei fänden sich in der Bibel mögliche Antworten; es gäbe verschiedene Ebenen der Interpretation.

Das Hauptproblem der Kirche und der vorherrschenden Theologie ist ihr materialistisches Weltbild. Die „Seele“ des Menschen und das „Übersinnliche“ sind der Kirche weitgehend abhanden gekommen. Wenn die Theologie und die Kirche nicht einen Paradigmenwechsel vornehmen und die Seele des Menschen wieder mehr ins Zentrum rücken, werden die Menschen sich weiterhin abwenden und nach andern geistigen Quellen suchen. Die Kirchenaustritte werden zunehmen.
Rolf Bolliger
01.09.2010
07:37 Uhr
AW: Kirchenaustritt (gute Argumente)
Frau Rentsch hat mit ihrem sachlichen Eintrag sehr vielen ref. Christen aus dem Herzen gesprochen. Ihre Argumente treffen (leider) bei sehr vielen Austrittwilligen (und schon Ausgetretenen) voll zu. Gerade die unglaubliche Gleichgültigkeit gegenüber der rasant aufkommenden Islamisierung der schweizereischen Bevölkerung und die Unterstützung der "Sans papiers" zur Bleibe, ja sogar zur vollständigen (Nach)-Akzeptanz, da zu leben ohne gültige Ausweispapiere! Hier hat die Kirche den Bogen zu arg überspannt! Jede(r) Schweizerbürger(in) wird damit zum "Zweitklass-Bewohner" !
Andreas Lamanda
02.09.2010
18:06 Uhr
AW: Kirchenaustritt
Hier ein paar der so genannten “kulturellen Wurzeln“ unserer Gesellschaft von “A“ wie Antisemitismus bis “Z“ wie Zähneknirschen:

Antisemitismus
Denn es gibt viele Ungehorsame, Schwätzer und Schwindler, besonders unter denen, die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen, denn aus übler Gewinnsucht zerstören sie ganze Familien mit ihren falschen Lehren. (Titus 1,10-11)

…denen aber, die selbstsüchtig nicht der Wahrheit, sondern der Ungerechtigkeit gehorchen, widerfährt Zorn und Grimm. Not und Bedrängnis wird jeden Menschen treffen, der das Böse tut, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen. (Röm 2;8)


Big Brother is watching you!
Ich sage euch: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen; denn aufgrund deiner Worte wird du freigesprochen, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden. (Mt 12;33-37)

Der schreckliche Gott
Dazu wird der HERR, dein Gott, Angst und Schrecken unter sie senden, bis umgebracht sein wird, was übrig ist und sich verbirgt vor dir. Lass dir nicht grauen vor ihnen; denn der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, der große und schreckliche Gott. (5. Mose 7,20-21)


Diskriminierung von Behinderten
Kein Mann darf in die Gemeinde aufgenommen werde dessen Hoden zerquetscht oder dessen Glied verstümmelt ist. (Mose 5, Dtn. 23,2)

Diskriminierung anderer Religionen oder Atheisten
Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. (Markus 16, 16-17).

Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und müssen brennen. (Joh 15,6)

Sie sind wie die unvernünftigen Tiere, die von Natur nur dazu da sind, gefangen und getötet zu werden." (2 Petr 2,12)

…dann werde ich mich euch im Grimm entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch züchtigen wegen eurer Sünden, [und zwar] siebenfach. Und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen. Und ich werde eure Höhen austilgen und eure Räucheraltäre ausrotten, und ich werde eure Leichen auf die Leichen eurer Götzen werfen, und meine Seele wird euch verabscheuen. (3 Mose 26)

Wenn du nicht auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, indem du nicht auf alle seine Gebote und Gesetze, auf die ich dich heute verpflichte, achtest und sie nicht hältst, werden alle diese Verfluchungen über dich kommen und dich erreichen: Verflucht bist du in der Stadt, verflucht bist du auf dem Land. Verflucht ist dein Korb und verflucht ist dein Backtrog. Verflucht ist die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Ackers, die Kälber, Lämmer und Zicklein. [...] Verfluchtsein, Verwirrtsein, Verwünschtsein läßt der Herr auf dich los, auf alles, was deine Hände schaffen und was du tust, und bald bist du vernichtet und bis du ausgetilgt bist [...] Der Herr heftet die Pest an dich, bis er dich ausgemerzt hat [...] Deine Leichen liegen da, zum Fraß für alle Vögel des Himmels und für die Tiere der Erde zahlreich zu machen, so wird der Herr seine Freude daran haben euch auszutilgen und zu vernichten. [...] (Deuteronomium 28,15-68)
Andreas Lamanda
02.09.2010
18:12 Uhr
AW: Kirchenaustritt
Genozid
So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind aber alle Mädchen, die unberührt sind, die laßt für euch leben. (4. Mos 31,7-18)

Du wirst alle Völker vertilgen, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. ... (5. Mose 7,16)

Er, der HERR, dein Gott, wird diese Leute ausrotten vor dir, einzeln nacheinander. … (5. Mose 7,22)


Gewalt gegen Frauen und Kinder
Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert! (Psalm 137,9)
Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden. (Jesaja 13,16)

Da nahmen wir zu der Zeit alle seine Städte ein und vollstreckten den Bann an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern, und ließen niemand übrig bleiben. Nur das Vieh raubten wir für uns und die Beute aus den Städten, die wir eingenommen hatten. (5. Mose 2, 34-35)

Und die ganze Beute dieser Städte und das Vieh teilten die Israeliten unter sich; aber alle Menschen erschlugen sie mit der Schärfe des Schwerts, bis sie vertilgt waren, und ließen nichts übrig, was Odem hatte. (Josua 11,14)

Gott mehr fürchten als Satan?
Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. (Lk 12;5)

Siehe, er kommt mit den Wolken, ...; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. (Offb 1;7)

Und die Könige der Erde, die Großen und die Heerführer, die Reichen und die Mächtigen, alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Höhlen und Felsen der Berge. Sie sagten zu den Bergen und Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Blick dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes; denn der große Tag ihres Zorns ist gekommen. Wer kann da bestehen? (Offb 6;15-17)

Gottes Auto-Aggression…da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe. (1 Moses 6, 5-7)


Homophobie
Und wenn jemand mit einem Manne schläft, wie man mit einer Frau schläft, so haben beide ein Greuel verübt. Sie müssen getötet werden, auf ihnen lastet Blutschuld.» (Levitcus, 20:13)

Und mit einem Mann sollst du nicht schlafen, wie man mit einer Frau schläft. Das ist ein Greuel. (Leviticus, 18:19–23)

… solche, die sich der Unzucht hingeben, die mit Männern schlafen, die Menschen rauben und verkaufen, die lügen und Meineide schwören und tun, was sont noch der gesunden Lehre entgegensteht (Timotheus, 1:10)
Andreas Lamanda
02.09.2010
18:16 Uhr
AW: Kirchenaustritt
Rassismus
Es soll auch kein Mischling in die in die Gemeinde des Herrn kommen. Auch seine Nachkommenschaft bis ins zehnten Glied soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen. (Mose 5, Dtn. 23,3)

Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt ..., dann geht weg... Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt. (Mt 10; 14,15)

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. ... Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! ... Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben. (Mt 25;31-33,41,46)

Wer den Herrn nicht liebt, sei verflucht! (1 Kor 16;22)


Selbstverstümmelung
Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß' es aus und wirf' es weg! Denn es ist besser für dich, daß eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird" Mt. 5; 21,22,27-29 (Bestandteil der Bergpredigt!)

Sexismus
Lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde (1 Kor. 14,34)

Einer Frau, die unrein ist in ihrer Regel, sollst du nicht nahe kommen… (Leviticus, 18:19–23)
Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen? (4. Mose 31,14-15)


Todesstrafe
Wenn ein Mann einen störrischen und widerspenstigen Sohn hat, der auf die Stimme seines Vaters und auf die Stimme seiner Mutter nicht hört, und sie züchtigen ihn… Dann sollen ihn alle Leute seiner Stadt steinigen, daß er stirbt; so sollst du das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. Und ganz Israel soll es hören und sich fürchten. (1. Mos 21,18-21)

Wer Vater oder Mutter schlägt, der soll des Todes sterben. Wer einen Menschen stiehlt, es sei, daß er ihn verkauft oder daß man ihn bei ihm findet, der soll des Todes sterben. Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben. (2 Moses 21,15-17)

Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, heimlich überreden würde und sagen: Laß uns gehen, und anderen Göttern dienen! ... so willige nicht darein, und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge seiner nicht schonen, und sollst dich seiner nicht erbarmen, noch ihn verbergen, sondern sollst ihn erwürgen. Deine Hand soll die erste über ihm sein, daß man ihn töte, und darnach die Hand des ganzen Volks. Man soll ihn zu Tode steinigen ... (5 Moses 13, 7-11)

Wenn sich die Tochter eines Priesters als Dirne entweiht, so entweiht sie ihrem Vater; sie soll im Feuer verbrannt werden. (Levitikus 21,9)

Ein Mann, der mit der Frau seines Nächsten die Ehe bricht, wird mit dem Tod bestraft, der Ehebrecher samt der Ehebrecherin (Levitikus 20,10)
Andreas Lamanda
02.09.2010
18:33 Uhr
AW: AW: Kirchenaustritt
Noch mehr Todesstrafe…
Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ... (5. Mose 22,23-24)
Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen. (2. Mose 22,17)

Vergebung, ja aber nur gegen Blut
Fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne daß Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung. (Hebr 9;22)

Wissenschaftsfeindlichkeit
Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen (Jesaia 29,14)

Zähneknirschen
Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden (die Bösen) heulen und mit den Zähnen knirschen. (Mt 13;47-50)

Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt. (Mt 22;1-3,8-14)

Wenn er die Vergeltung sieht, freut sich der Gerechte; er badet seine Füße im Blut des Frevlers. Dann sagen die Menschen: "Der Gerechte erhält seinen Lohn; es gibt einen Gott, der auf Erden Gericht hält." (Ps 58;4,5,7,8,11,12)


Das sind doch schöne kulturelle Wurzeln! Darauf können wir echt stolz sein. Die Liste ist keineswegs vollständig. Schon allein die Verfluchungen im Deteronomium sind seitenlang…
Andreas Lamanda
02.09.2010
19:27 Uhr
AW: AW: AW: Kirchenaustritt
Sehr viel vernünftiger lesen sich dagegen die Menschenrechte, welche allesamt NICHT der christlichen Bibel entspringen:


Liste der Menschenrechte

Artikel 1
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2
Verbot der Diskriminierung
1. Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne
irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und
sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen
Umständen.
2. Weiter darf keine Unterscheidung gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder
internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, ohne Rücksicht darauf, ob
es unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder irgendeiner anderen
Beschränkung seiner Souveränität unterworfen ist.

Artikel 3
Recht auf Leben und Freiheit
Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 4
Verbot der Sklaverei und des Sklavenhandels
Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen Formen verboten.

Artikel 5
Verbot der Folter
Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe
unterworfen werden.

Artikel 6
Anerkennung als Rechtsperson
Jeder Mensch hat überall Anspruch auf Anerkennung als Rechtsperson.

Artikel 7
Gleichheit vor dem Gesetz
Alle Menschen sind vor dem Gesetze gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf den gleichen Schutz gegen jede unterschiedliche Behandlung, welche die vorliegende Erklärung verletzen würde, und gegen jede Aufreizung zu einer derartigen unterschiedlichen Behandlung.

Artikel 8
Anspruch auf Rechtsschutz
Jeder Mensch hat Anspruch auf wirksamen Rechtsschutz vor den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen alle Handlungen, die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzen.

Artikel 9
Schutz vor willkürlicher Verhaftung und Ausweisung
Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.
gegen die Rechtsordnung verstossen haben.

Artikel 10
Anspruch auf rechtliches Gehör
Jeder Mensch hat in voller Gleichberechtigung Anspruch auf ein der Billigkeit entsprechendes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht, das über seine Rechte und Verpflichtungen oder aber über irgendeine gegen ihn erhobene strafrechtliche Beschuldigung zu entscheiden hat.

Artikel 11
Unschuldsvermutung; keine Strafe ohne Gesetz
1. Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist so lange als unschuldig anzusehen, bis
seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen
gewährleistet waren, gemäss dem Gesetz nachgewiesen ist.
2. Niemand kann wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die im Zeitpunkt, da sie
erfolgte, auf Grund des nationalen oder internationalen Rechts nicht strafbar war. Desgleichen kann keine
schwerere Strafe verhängt werden als die, welche im Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung
anwendbar war.
m
10.09.2010
21:32 Uhr
AW: AW: AW: AW: Kirchenaustritt
es wäre interessant zu ermitteln, woüberallher die menschenrechte kommen. ein dossier in "reformiert."?
Andreas Lamanda
02.09.2010
19:30 Uhr
AW: AW: AW: Kirchenaustritt
Artikel 12
Schutz der Freiheitssphäre des Einzelnen
Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, sein Heim oder seinen Briefwechsel noch Angriffen auf seine Ehre und seinen Beruf ausgesetzt werden. Jeder Mensch hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen derartige Eingriffe oder Anschläge.
vom Gesetz ermächtigt ist und wenn ein genügender Verdacht auf eine strafbare Handlung besteht.
Die Ehre und der Ruf sind ebenfalls vor rechtswidrigen Angriffen geschützt, wenn diese auf unwahren
Behauptungen beruhen. Die Staaten sind verpflichtet, gegen solche Angriffe Schutz zu gewähren.

Artikel 13
Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit
1. Jeder Mensch hat das Recht auf Freizügigkeit und freie Wahl seines Wohnsitzes innerhalb eines Staates.
2. Jeder Mensch hat das Recht, jedes Land, einschliesslich seines eigenen, zu verlassen sowie in sein Land
zurückzukehren.

Artikel 14
Recht auf Asyl
1. Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgungen Asyl zu suchen und zu geniessen.
2. Dieses Recht kann jedoch im Falle seiner Verfolgung wegen nichtpolitischer Verbrechen oder wegen
Handlungen, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstossen, nicht in Anspruch
genommen werden.

Artikel 15
Recht auf Staatsangehörigkeit
1. Jeder Mensch hat Anspruch auf Staatsangehörigkeit.
2. Niemand darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch ihm das Recht versagt werden, seine
Staatsangehörigkeit zu wechseln.

Artikel 16
Ehefreiheit und Schutz der Familie
1. Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne Beschränkung durch Rasse, Staatsbürgerschaft oder
Religion das Recht, eine Ehe zu schliessen und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der
Eheschliessung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.
2. Die Ehe darf nur auf Grund der freien und vollen Willenseinigung der zukünftigen Ehegatten geschlossen werden.
3. Die Familie ist die natürliche und grundlegende Einheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz
durch Gesellschaft und Staat. erlassen, um die Familie zu unterstützen.

Artikel 17
Eigentumsgarantie
1. Jeder Mensch hat allein oder in der Gemeinschaft mit anderen Recht auf Eigentum.
2. Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.




Artikel 18
Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit
Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden.
Artikel 19
Meinungs- und Informationsfreiheit
Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen
unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.
Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit
1. Jeder Mensch hat das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit zu friedlichen Zwecken.
2. Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.
Andreas Lamanda
02.09.2010
20:31 Uhr
AW: AW: AW: Kirchenaustritt
Artikel 21
Allgemeines und gleiches Wahlrecht; Zulassung zu öffentlichen Ämtern
1. Jeder Mensch hat das Recht, an der Leitung öffentlicher Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder
durch frei gewählte Vertreter teilzunehmen.
2. Jeder Mensch hat unter gleichen Bedingungen das Recht auf Zulassung zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.
3. Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muss
durch periodische und unverfälschte Wahlen mit allgemeinem und gleichem Wahlrecht bei geheimer
Stimmabgabe oder in einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.
ich deren Situation gebessert hat.

Artikel 22
Recht auf soziale Sicherheit
Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit; er hat Anspruch darauf, durch
innerstaatliche Massnahmen und internationale Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der Organisation und der Hilfsmittel jedes Staates in den Genuss der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen.
kann.

Artikel 23
Recht auf Arbeit und gleichen Lohn, Koalitionsfreiheit
1. Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und befriedigende
Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.
2. Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche
Arbeit.
3. Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende Entlohnung, die ihm und
seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert und die, wenn nötig, durch
andere soziale Schutzmassnahmen zu ergänzen ist.
4. Jeder Mensch hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Berufsvereinigungen zu bilden und solchen
beizutreten.

Artikel 24
Recht auf Erholung und Freizeit
Jeder Mensch hat Anspruch auf Erholung und Freizeit sowie auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und auf periodischen, bezahlten Urlaub.

Artikel 25
Recht auf einen angemessenen Lebensstandard
1. Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Lebenshaltung, die seine und seiner Familie Gesundheit und
Wohlbefinden einschliesslich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztlicher Betreuung und der notwendigen
Leistungen der sozialen Fürsorge gewährleistet; er hat das Recht auf Sicherheit im Falle von
Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität, Verwitwung, Alter oder von anderweitigem Verlust seiner
Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.
2. Mutter und Kind haben Anspruch auf besondere Hilfe und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche und
uneheliche, geniessen den gleichen sozialen Schutz.
Andreas Lamanda
02.09.2010
20:36 Uhr
AW: AW: AW: Kirchenaustritt
Artikel 26
Recht auf Bildung, Erziehungsziele, Elternrecht
1. Jeder Mensch hat Recht auf Bildung. Der Unterricht muss wenigstens in den Elementar- und
Grundschulen unentgeltlich sein. Der Elementarunterricht ist obligatorisch. Fachlicher und beruflicher
Unterricht soll allgemein zugänglich sein, die höheren Studien sollen allen nach Massgabe ihrer
Fähigkeiten und Leistungen in gleicher Weise offenstehen.
2. Die Ausbildung soll die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und die Stärkung der Achtung
der Menschenrechte und Grundfreiheiten zum Ziele haben. Sie soll Verständnis, Duldsamkeit und
Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen fördern und die
Tätigkeit der Vereinten Nationen zur Aufrechterhaltung des Friedens begünstigen.
3. In erster Linie haben die Eltern das Recht, die Art der ihren Kindern zuteil werdenden Bildung zu
bestimmen.

Artikel 27
Freiheit des Kulturlebens
1. Jeder Mensch hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich der Künste
zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Wohltaten teilzuhaben.
2. Jeder Mensch hat das Recht auf Schutz der moralischen und materiellen Interessen, die sich aus jeder
wissenschaftlichen, literarischen oder künstlerischen Produktion ergeben, deren Urheber er ist.

Artikel 28
Angemessene Sozial- und internationale Ordnung
Jeder Mensch hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in welcher die in der vorliegenden
Erklärung angeführten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.

Artikel 29
Grundpflichten; Schranken der Menschenrechte
1. Jeder Mensch hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entwicklung
seiner Persönlichkeit möglich ist.
2. Jeder Mensch ist in Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschliesslich zu dem Zwecke vorsieht, um die Anerkennung und Achtung der Rechte und
Freiheiten der anderen zu gewährleisten und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen
Ordnung und der allgemeinen Wohlfahrt in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen.
3. Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der
Vereinten Nationen ausgeübt werden.

Artikel 30
Auslegungsvorschrift
Keine Bestimmung der vorliegenden Erklärung darf so ausgelegt werden, dass sich daraus für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht ergibt, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung vorzunehmen, welche auf die Vernichtung der in dieser Erklärung angeführten Rechte und Freiheiten abzielen.


Das sind die Werte auf die unser demokratisches System abstellt und nicht veraltete biblische Dogmen die vor Menschenverachtung durchsetzt sind und ständiger Interpretation durch Werteväter bedürfen. Offenbar war der allwissende, allmächtige Gott nicht in der Lager ein Buch zu inspirieren, welches zweifelsfrei verstanden werden kann.
m
04.09.2010
22:50 Uhr
AW: AW: AW: AW: Kirchenaustritt
systematische theologie: interpretation im kontext von kunst und wissenschaft.- offenbarung damals, später als schrift, um diese zu verstehen braucht es eine dritte weise der offenbarung in der gegenwart. - die wahrheit offenbart sich, indem sie eine auseinadersetztung zwischen verschiedensten dialogpartner und -innen schafft.
Konrad Zimmermannz
25.09.2010
23:11 Uhr
AW: AW: AW: AW: Kirchenaustritt
Mich würde noch das Verhältnis der Menschenrechte zu den 10 Geboten des AT, den 2-3 Geboten des NT und der Bergpredigt Jesu interessieren. Aber das wäre wohl eine Studienarbeit für sich.
Liebe Grüsse
Konrad Zimmermann
25.09.2010
23:12 Uhr
AW: AW: AW: AW: Kirchenaustritt
Mich würde noch das Verhältnis der Menschenrechte zu den 10 Geboten des AT, den 2-3 Geboten des NT und der Bergpredigt Jesu interessieren. Aber das wäre wohl eine Studienarbeit für sich.
Liebe Grüsse
Konrad Zimmermann
25.09.2010
23:13 Uhr
AW: AW: AW: AW: Kirchenaustritt
Mich würde noch das Verhältnis der Menschenrechte zu den 10 Geboten des AT, den 2-3 Geboten des NT und der Bergpredigt Jesu interessieren. Aber das wäre wohl eine Studienarbeit für sich.
Liebe Grüsse
Konrad Zimmermann
25.09.2010
23:14 Uhr
AW: AW: AW: AW: Kirchenaustritt
Mich würde noch das Verhältnis der Menschenrechte zu den 10 Geboten des AT, den 2-3 Geboten des NT und der Bergpredigt Jesu interessieren. Aber das wäre wohl eine Studienarbeit für sich.
Liebe Grüsse
m
03.09.2010
19:20 Uhr
AW: AW: AW: Kirchenaustritt
das reformatorische schriftprinzip: bestimmte texte für die wahrheit transparenter, von denen aus die andern interpretiert und kritisiert werden. (google oder facebook.com schwäbi/diskussion "reformiert.info")
m
03.09.2010
19:36 Uhr
AW: AW: Kirchenaustritt
die rechtfertigung der gottlosen durch den tod von christus hat die theologie immer wieder als argument gegen die todesstrafe (leben um leben) gesehen. (mehr: google oder facebook.com schwäbi/diskussion "reformiert.info")
Andreas
30.08.2010
18:30 Uhr
Konversion
Ja wir sind aus der Kirche ausgetreten, denn ich die Kirche ist für eine leere, sich selbst füllende Institution. Pluspunkt der Institution Kirche: ihr Engagement für die sozial Schwachen. Aber ich denke, das ist nicht das Verdienst der Kirche sondern von besonders engagierten Pfarrern und Pfarrerinnen.
Selber habe ich von der protestantischen Kirche, den Vertretern oder Mitgliedern nie Anteilnahme erlebt. Mir scheint es die Anteilnahme geht einfach unter im Pflichtenheft. Für wen??

auch wenn wir die Kirche verlassen haben, ist unser Glaube nicht verloren, sondern ist gewachsen. Wir sind zum Islam konvertiert und stellen fest, dass wir nicht die einzigen sind.
m (google "auf gut glück": schwäbi)
09.09.2010
21:12 Uhr
AW: Konversion
gott ist das, worüberhinaus grösseres nicht gedacht werden kann. (anselm von canterbury, 1033-1109, alles rational durchleuchten) - dialog islam/christentum: das worüberhinaus vorsichtigeres und umsichtigeres nicht gemacht werden kann. - wenn zwei sich vereinigen, verändern sich beide. zwei personen, zwei meinungen, zwei religionen. man soll sich keine illusionen machen (das kennen wir ja von den personen), aber in der zukünftigen vollkommenheit werden alle religionen in gleichursprünglicher übereinstimmung vollkommen vereinigt sein.
Ruedi Bolliger, Gontenschwil
30.08.2010
17:41 Uhr
kirchenaustritt
Ich bin noch Mitglied der Landeskirche, aber ich sage: wenn die Kirchensteuer das nächste Mal auch nur um ein halbes Prozent steigt, dann trete ich aus! Die Kirchen stecken meiner Meinung nach zu viele Mittel in Gebäude und zu wenig in die Verkündigung und das soziale Engagement. Was läuft falsch? Aus meiner Erfahrung als Mitglied der Kirchenpflege (Kirchgemeinderat im Kanton Aargau) werden in einer Kirchgemeinde zu viele Entscheide mit Kostenfolge von Leuten gefällt, die danach nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Pfarrpersonen sollten nicht über Sachgeschäfte entscheiden – im Gegenzug sollen Kirchgemeinderäte den TheologInnen die volle Verkündungsfreiheit gewähren. Mit einer sauberen organisatorischen Trennung wäre schon viel erreicht.
Jonathan Heise
30.08.2010
15:48 Uhr
Vorschlag für neuen Titel
Ich würde den Titel der Diskussion so formulieren: Ich glaube, DESHALB trete ich aus. Eine aktuelle Meldung aus Afrika mag dies illustrieren:

"Die Konferenz der 400 afrikanischen Bischöfe, die sich hier treffen, richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Kirche in Afrika. Die Bischöfe interessieren sich wenig für den Westen und sehen keine Zukunft für die Verbundenheit mit einer sterbenden Kirche." (Quelle: www.virtueonline.org)

Das Problem ist, dass sich die westliche Kirche für alles mögliche einsetzt, nur nicht für ihre Kernaufgabe: Glaube und Mission. Statt dass die Kirche wieder nach Jesus Christus fragt, beschäftigt sie sich mit linksideologischem Gedankengut. So ist aus der Landeskirche eine Institution geworden, die von vielen als blutleere, ziellose und verstaubte Wohlfühlorganisation geworden ist. Wer echte Gemeinschaft und ein aktives Glaubensleben sucht, wandert ab in eine Freikirche.

Und was tut die Kirche? In unzähligen Fachtagungen, Räucherstäbchenseminaren und Podiumsdiskussionen wird nach Lösungen gesucht. Warum nicht wieder nach Jesus fragen? Er war kein Kirchenverwaltungsfachmann, kein Anpasser, kein Leisetreter. Er lebte für das Evangelium und gab alles dafür her. Etwas von dieser Entschlossenheit, von diesem mutigen Einstehen für den Glauben, das ist es, was der Kirche fehlt.

Stattdessen mischt sich die Kirche in Politik und Wirtschaft ein, will überall mitreden und macht mit dem stets erhobenen Moralzeigefinger eine ziemlich peinliche Figur. Roland Baader hat gewarnt, dass die Kirche schon bald von der westeuropäischen Bildfläche verschwinden wird, wenn sie den Kurs nicht ändert (Buch "Mehr als man glaubt"). Jesus Christus ist das Ideal, das Gemeinschaft stiftet, erneuert und erfüllt. Nicht Political Correctness, Gendermainstream und all der andere von Menschen erdachte Schrott!

Ich bin Mitglied in der ref. Kirche und werde es auch bleiben. Ich engagiere mich und glaube immer noch an die Institution. Aber ich habe die Hoffnung, dass eines Tages, ein einflussreicher Reformierter zum neuen Reformator wird, vor das Mikrofon stehen wird, eine Pause macht und dann sagt: "Werft ab all den Ballast, der uns vom Glauben trennt. Werft ihn einfach ab! Und dann lasst uns gemeinsam auf einen Berg gehen. Dort wollen wir miteinander beten!"
Peter Wyss
30.08.2010
10:33 Uhr
Zu multireligiös
Schon als kleiner Bub glaubte ich an Gott. Ich besuchte die Sonntagsschule, wo ich durch die biblischen Geschichten eine Grundlage im Glauben erhielt.
Später in der Sekundarschule und der Unterweisung wurden wir vermehrt von multireligiösen Gedankengut geprägt. So das mein Glaube ein Mix zwischen Buddhismus und Christentum war.
Mit 25 Jahren kam ich beim Bibellesen zum Glauben an Jesus Christus. Ein "Zufall" (wohl eher eine Führung Gottes) führte mich in eine Chrischona- Gemeinde. Der gemeinsame Glaube und die familiäre Atmosphäre waren der Grund, dass ich dort Mitglied wurde, aus der reformierten Landeskirche bin ich bisher noch nicht ausgetreten, obwohl ich mit der zunehmend multireligiösen Theologie nichts anfangen kann. Die meisten Landeskirchler sind dermassen im Glauben verunsichert, dass sie nicht einmal darüber zu sprechen wagen, und daher die Ausrede bringen, Glauben sei Privatsache. Die Kirche muss Jesus zentriert sein! Es lohnt sich nicht, eine multireligiöse Kirche zu erhalten. Die Zersplitterung der Christen in Katholiken, reformierte und Freikirchler in der Schweiz ist eigentlich tragisch, ich wünsche mir mehr Liebe und Einheit unter den Christen. Anlässe wie der Christustag in Bern und das positive verhalten der Christen aus verschiedenen Kirchen im Alltag sowie die treue Jesu, geben mir aber Hoffnung für die Zukunft.
m
09.09.2010
22:57 Uhr
AW: Zu multireligiös
ein junger mann fragte mich:"machst du dir aus verschiedenem dein eigenes?" - "ich mache es nicht, es kommt so...", antwortete ich. "bei mir ist es auch so", gestand er.
Ernst Bigler
30.08.2010
09:44 Uhr
Amtsträger
Meine Frau und ich (Jahrgang 1936/1937) gehen regelmässig in Rüfenacht und Worb in die Kirche. Wenn man in die Runde schaut, so sind es immer die gleichen Personen, die anwesend sind. Es sind vielfach wenige und vorwiegend ältere. Die "jüngere Generation" (bis ca 40) fehlt mit ganz wenigen Ausnahmen vollständig. Eigentlich ein bedenklicher Zustand, der nicht global, sondern von den zuständigen Stellen persönlich hinterfragt werden sollte. Nur so können weitere Abgänge vermieden werden.
Bei Gesprächen mit Gleichaltrigen kommt oft zum Ausdruck, dass die Verständlichkeit des Predigers dermassen schlecht sei, dass sie von einem Kirchenbesuch absehen.
Es ist tatsächlich so, dass hier in der Ausbildung des Pfarrberufes in der doch wichtigen Disziplin Sprache (Ausdruck und Verständlichkeit), ein grosser Mangel vorliegt. Und zwar müsste nicht nur ein Lehrgang absolviert werden, sondern die amtierende Person müsste sich regelmässig Nachkontrollen durch Fachleute unterziehen, um dass sie ihr Amt professionell ausüben kann. Das gehört in der heutigen Berufswelt zur unabdingbaren Weiterbildung.
Auch Lautsprecheranlagen müssten in jeder Kirche über ihren Einsatz, sowohl installations- wie auch bedienungsmässig, fachmännisch und permanent überprüft werden.
Eigentlich müsste jedes registrierte Kirchenmitglied den amtierenden Personen ein grosses Anliegen sein. Wer sich nicht rührt, verliert seine Kunden (=Kirchenaustritte) und verliert auch über kurz oder lang seine Stelle.
Dem sollte sich jeder Amtsträger/In bewusst sein.
Es grüsst sie freundlich
Ernst Bigler
Rüfenacht
Fritz Rüegger
29.08.2010
18:42 Uhr
Podiumsgespräch um Kirchenaustritte
< Ich glaube . . . . ich trete aus > ist der Podium Titel

Die Studie von Religionssoziologe Jürg Stolz ist interessant. Was wird in 20 oder 50 Jahren sein, wenn die Mitgliederzahl ein Niveau erreicht hat wo mit der Kirchensteuer weder die Angestellten noch der Unterhalt der Kirchen sicher gestellt ist? Wird dann die Kirchen aus ihrem Schlaf der Gerechten aufwachen und sich über den Zustand Gedanken machen? Allem Anschein nach lebt sie nach dem Bibelspruch < wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind bin ich mitten unter ihnen > Also, solange noch ein kleines Grüppchen in der Kirche versammelt ist besteht kein Bedarf sich Sorgen zu machen. Was braucht es bis die Schläfer aufwachen? bis auch der Kirche bewusst wird, dass die Welt nicht mehr im Jahr „01“ lebt?

Herr Stolz macht die Frage der Zugehörigkeit vom Kosten Nutzen Kriterien abhängig. Vor diesem Denken sollte vorerst die Frage beantwortet werden, warum kommt es überhaupt so weit. Ein Vereinsmitglied bleibt im Verein solange seine Erwartungen erfüllt werden. Ist dies nicht mehr der Fall, dann wird ein Austritt in Erwägung gezogen, also vor dem Kosten-Nutzen Denken steht die Frage „Warum“ , was ist ungenügend oder falsch.
Somit ist die erste Frage, erfüllt die Kirche die Erwartungen der Mitglieder? Noch heute werden die vor 2000 und mehr Jahren von Menschen kreierten Religionsgeschichten als die letzte Weisheit verkündet obwohl die ganze Kreatur seither in jeder Beziehung eine totale Wandlung durchgemacht hat und heute noch durchmacht. Wir haben gar keine Wahl ob wir uns Anpassen wollen oder nicht. Sicher haben die Verhaltenslehren von damals noch ihre Berechtigung, aber vieles braucht dringend eine Reformation. Für die Kirche ist aber das globale Denken von grosser Wichtigkeit, denn solange das gepflegt wird kommen keine unbequemen Fragen auf.

Irgendwo in der Bibel steht, < wer nicht für mich ist, ist gegen mich > Kirchenmitglieder die austreten sind gegen die Kirche, folglich Gegner, d.h. die Kirche findet keinen Grund sich um die Austretenden zu kümmern und ihren Grund zu erfahren und möglicherweise Anregungen zu erhalten, obwohl die Austretenden dies erwarten. (Siehe Kommentar in „reformiert“ Nr. 4, 2010)
Hat die Kirche Angst? hat sie keine stichhaltige Antwort? oder darf sie nicht sagen was ihr möglicherweise selber im Hintergrund bekannt ist aber verdrängt wird? Man kann doch eine 2000 jährige Lehre nicht einfach ignorieren oder verwässern. Mit diesem Denken kommt die Kirche langsam aber sicher ins Abseits, aber der Zeitpunkt wird kommen, wo sie keine andere Wahl hat um ihre Lehren zu reformieren.
Info. Noch bin ich ein Kirchenmitglied, alldings ein kritisches.
Reta Caspar
28.08.2010
19:55 Uhr
Rund 600 statements zum Kirchenaustritt
auf www.konfessionsfrei.ch habe sich fast 700 Menschen als Konfessionsfreie geoutet und viele haben eine Begründung dafür angegeben.
Lesenswert!
Rolf Bolliger
28.08.2010
10:05 Uhr
Eine klare Weigerung zu Anstand und Ordnung!
Wenn man die meisten untensstehenden Kommentare oder Begründungen liest, stellt man sofort eine klare Abneigung gegen bestandene Werte fest: Sich einordnen, Anstand walten, Ethik und Moral der Kinder verneinen, Ruf nach unbeschränkter persönlicher Freiheit (sogar als Kind!) und immer wieder Kritik gegen die Bibel! Kirchenaustritte mit solchen Argumenten zu begründen, zeigt, wie egoistisch und grenzenlos sich der Mensch verhalten will. Kein Wunder haben wir eine solch brutale und kriminelle Gesellschaft aufgebaut. Kein Wunder macht jeder nur das, was er will. Kein Wunder, geben sich immer mehr Sozialschmarotzer die Klinken der Sozialbüros nahtlos in die Hände! Eigenverantwortung basiert eben sehr stark auf strengen Grundregeln des Zusammenlebens. Die ref. Kirche will diese Grundwerte vermitteln, mehr nicht. Es sind also für mich nicht diese "strengen Grundregeln", die einen Austritt in Betracht ziehen, sondern der herrschende "68er-Geist", der sehr oft von den Kanzeln gepredigt wird. Genau ein "Geist", der die veruchte, heutige, labile Konsumgesellschaft auszeichnet!
Andreas Lamanda
28.08.2010
18:45 Uhr
AW: Eine klare Weigerung zu Anstand und Ordnung!
@Herr Bolliger
Wenn man die meisten untensstehenden Kommentare oder Begründungen liest, stellt man sofort eine klare Abneigung gegen bestandene Werte fest: Sich einordnen, Anstand walten, Ethik und Moral der Kinder verneinen, Ruf nach unbeschränkter persönlicher Freiheit (sogar als Kind!)

Bitte zeigen sie auf wo genau hier einer der Teilnehmer seine Abneigung gegen moralische und ethische Werte geäussert hat. Ich kann ihre Aussage schlicht nicht nachvollziehen.

und immer wieder Kritik gegen die Bibel!

Darf die Bibel nicht in Frage gestellt werden?

Kirchenaustritte mit solchen Argumenten zu begründen, zeigt, wie egoistisch und grenzenlos sich der Mensch verhalten will. Kein Wunder haben wir eine solch brutale und kriminelle Gesellschaft aufgebaut.

Auch dieses Argument kann ich auch nicht nachvollziehen. Worauf stützen sie ihre Aussage? Wenn ich mich in den Statistiken umsehe so lese ich, dass z.B. die Anzahl Morde seit 1994 fast auf die Hälfte gesunken ist.


Kein Wunder, geben sich immer mehr Sozialschmarotzer die Klinken der Sozialbüros nahtlos in die Hände!

Einerseits werfen Sie den Leuten, die aus der Kirche austreten eine Entsolidarisierung vor und andererseits beschweren Sie sich aber darüber, dass zu viele Menschen die Sozialhilfe beanspruchen. Ist das nicht ein Widerspruch?

Ferner weise ich darauf hin, dass auch ich als nicht religiöser Mensch rund 50% meines Einkommens dem Staat in Form von Steuern und Sozialabgaben abliefere. Mit dem Geld, das ich einzahle wird unter anderem auch die Sozialhilfe betrieben. Es ist also mehr als verwegen zu behaupten unreligiöse Menschen wären nicht solidarisch mit ihren Mitmenschen.


Eigenverantwortung basiert eben sehr stark auf strengen Grundregeln des Zusammenlebens. Die ref. Kirche will diese Grundwerte vermitteln, mehr nicht.

Ich zitiere die Bibel:

Es soll auch kein Mischling in die in die Gemeinde des Herrn kommen. Auch seine Nachkommenschaft bis ins zehnten Glied soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen. (Mose 5, Dtn. 23,3)

Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. (Markus 16, 16-17)

Fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne daß Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung. (Hebr 9, 22)

Sind schon relativ strenge Regeln, finden Sie nicht auch?

Genau ein "Geist", der die verruchte, heutige, labile Konsumgesellschaft auszeichnet!

Auch diese Argument müssten Sie doch etwas genauer begründen, denn ich zumindest lebe nicht in einem verruchten Umfeld.
Peter Riesen
29.08.2010
23:11 Uhr
AW: Eine klare Weigerung zu Anstand und Ordnung!
Herr Bolliger, es gibt viele Religionen auf dieser Welt, und jede hat ihre Ethik. Und es gibt auch Ethik ohne die Religion, die mit der Ewigen Verdammnis droht. Ein Mensch kann nur frei sein, wenn er Eigenverantwortung lebt, dafür aber braucht er keine Götter, auch kein Opferlamm, dem man die eigenen Fehler ans Kreuz nageln kann. Ich fühle mich frei!
D.Rohrbach
28.08.2010
02:03 Uhr
ich bin doch gebliben
Kindernachmitage waren inn und cool. So sind immer viele unseres Dorfes dort hin gegangen. Auch ich bin immer gerne in die Sontagschule und an die Spielnachmitage.
Später kamm die Kirchlicheunterweisung und da hat sich alles schlag artig geändert. Logischerweise kommen beim Lesen der Biebel viele Fragen auf, die zu beantworten sicher für jeden Pfarer schwierig sind. Oben wurden bereits einige genannt. Es beginnt mit den vielen Wiedersprüchen die mann nun mal in der Biebel findet. Der Pfarer in unserem Dorf wusste auch keine Antworten und regte uns auch nicht dazu ahn unsere eigenen Antworten dazu zu finden. Er stellte uns als ungläubig hin und ging zum Angrif über.
Für mich fühlte sich das damals wie eine Kriegserklährung der Kirche an. Vor und auch während der Konfermation habe ich mich gefragt ob es für mich richtig ist mich konfermieren zu lassen. Sicher wahr ich damals auf jeden fall nicht. Ich binn von da an nicht mehr gerne in die Kirche gegangen.

Und ich bin doch geblieben. Weshalb?
Ich habe eine für mich plausible Erklährung für die Wiedersprüche gefunden. Auch habe ich in der Biebel öfters lehrreiche und zumteil in etwas abgeänderert Form auch direkte Lösungs forschläge gefunden die mier weiter halfen.

Für mich lag die Erklährung der Wiedersprüchen in der Geschichte und der Entstehung der Biebel Selbst.
Die Schreiber der Biebel sind alles Menschen.
Und Menschen sind bekanntlich nicht un fehlbar. Das es so ist wissen wir ja alle selber, denn jeder von uns hat sich schon irgendwann mahl getäuscht. Dazu kommt dass die Schreiber von damals nicht auf Ergebnisse von Jarhunderte langer Forschung zurückgreiffen konnten. So ist für mich unter der Berüksichtigung dieser Gesichtspunkten die Entstehungsgeschichte und die Evolutionsteorie kein Wiederspruch.
Hat jemand von euch schon einmahl versucht die Evolutionsteorie einem 4-6 Jährigen Kind zu erklähren? Falls ihr es versucht, werdet ihr merken das das was von eurem Erzählten wirklich bei dem Kind angekommen ist, nicht mehr grosse Unterschiede zur Entstehungs geschichte hat.
Ein weiterer Aspekt ist meiner Meinung nach der, dass damals viel mündlich überliefert wurde und erst später aufgeschrieben. Lesen sie einmal einem Schüler eine Geschichte vor und lassen sie ihn diese weiter erzählen und von den Zuhörer wieder weiter erzählen nach zehn Schüllern haben sie eine ganz neue Geschichte.
Aber jeder Schüler wird behaupten er habe es ganz sicher genau gleich weiter erzählt. Das Schöne daran ist, dass zumindest meistens, die Moral von der Geschichte die selbe bleibt.

Warum wird der Glaube immer noch von der Kannzel diktiert? Wir haben doch schon lange eine Demokratie.
Ich hoffe, dass unsere Kinder auch im Glauben frei denken dürfen und sich nichts einfach nur eintrichtern lassen. Denn das könnte gefärlich werden. Dass für unsere Kinder verschiedene Warheiten neben einander stehen dürfen und beide ihre berechtigung haben.

Andreas Lamanda
28.08.2010
19:07 Uhr
AW: ich bin doch gebliben
Meine Eltern haben mir im Alter von 5 Jahren ein Buch über Dinosaurier (Happy Wissen Alice F. Martin “Die Dinosaurier“, Delphin Verlag, 1973) geschenkt. In dem knapp 30seitigen Bildband, ist auf Seite 7 eine Grafik der Phylogenese (Entwicklung der Lebewesen) gezeigt. Ich habe als kleiner Knirps intuitiv begriffen, wie das funktioniert.

Später in der Schule wurde uns im Religionsunterricht vermittelt wie Gott die Welt geschaffen habe. Das war mir derart unplausibel, dass ich das schon als 6 oder 7 Jähriger als reine Fantasie ad Akta gelegt habe.
Ralph Erhart
27.08.2010
21:41 Uhr
die Frage ist: wieso bin ich noch dabei?
Ich bin weder regligiös noch Kirchgänger, und trotzdem bezahle ich die Kirchensteuer. Wieso eigentlich? Ich denke, dass man auf die Religion gut verzichten könnte (egal welche), da sie eigentlich zu oft misbraucht wurde und wird. Gleichzeitig hoffe ich wenigsten, dass die Institution Kirche doch noch eine Art lokales Sozialwerk darstellt, dass doch von vielen Leuten beansprucht wird, auch ohne dass eine Krise die Kirchen füllt.
Theodor Winkler
27.08.2010
19:38 Uhr
Kirchenaustritte
Als Hauptgründe nennt die Kirche die zahlreichen Austritte in den Kirchensteuern und der Entsolidariserung der Gesellschaft.

Weite Teile der Bibel tragen den Keim
- zur Gewalt
- zum Rassismus
- zur rücksichtlosen Ausbeutung der Mitwelt
- zu Sexisumus
- zur Ausgrenzung anders denkender

Meiner Ansicht hat es die Kirche verpasst, sich von den dunklen Seiten der Bibel zu distanzieren. Die Kirche vermittelt einen Gott, der unbedingten Gehorsam und Liebe fordert. Kann ein Mensch lieben, was er zugleich fürchtet? Die Kirche muss wieder für die Menschen da sein, nicht umgekehrt!

Ich bin seinerzeit im Umfeld des „Evangelischen Brüdervereins“ (bzw. Gemeinde für Christus) aufgewachsen. Zahlreiche Brüder habe ich als ultrafromme, hartherzige Menschen und Verleumder mit Tendenz zum Hochmut, Richtgeist, gewalttätig und ungerecht gegenüber den eigenen Kindern wahrgenommen. Selbständiges Denken war unerwünscht, Widerspruch als Okkultismus und Teufelsanbetung bezeichnet. Die Verlogenheit mancher Mitglieder sowie das konservative „Gesetzes-Christentum“ waren mir zuwider, was mich zum Austritt aus der Kirche (einslchliesslich Brüderverein) bewog. Inzwischen habe ich es geschafft, ohne ständige Gewissensbisse die Freuden des Lebens zu geniessen.

Andreas Lamanda
27.08.2010
18:57 Uhr
Warum ich kein Christ sein will
Ich bin aus der reformierten Kirche ausgetreten weil sie mich schlicht nichts zu bieten hat. Was mir bei den Reformierten nicht gefällt ist der inkonsequente Lebensentwurf. Wenn man Reformierte zu den Kernthemen des Christentums befragt stellt man fest dass viele hier gewaltige Bildungslücken aufweisen aber an Ritualen wie Taufe, usw. festhalten. Nahezu alle, die diesen “Glauben-Light“ leben, ignorieren die zum Teil grauenhaften Aussagen der Bibel denn diese werden in der Regel von den reformierten Pfarren sorgfältig “weg gefiltert“. Nur zwei Beispiele:

Wer den Herrn nicht liebt, sei verdammt! (Kor 1, 16)

Und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen. (Mose 3, 26)

Mit Verlaub, mit solchen Inhalten kann und will ich mich nicht identifizieren. Wer kann so etwas freiwillig glauben? Natürlich kommt der obligate Einwand ich hätte selektiv zittert, aber das machen die reformierten Pfarrer umgekehrt doch auch. Fazit. Die Bibel lehrt an vielen Stellen Intoleranz, Sexismus, Xenophobie, Homophobie, ist für die Todesstrafe und ruft an ungezählten Stellen zum Genozid auf. Für mich als aufgeklärter humanistisch denkender Mensch des Jahres 2010 ist das nur eines: haarsträubend.

Einerseits möchten viele Reformierten an den Ritualen und den schönen Dingen des Christentums festhalten, andererseits versteht man essentielle Teile der frohen Botschaft nur noch symbolisch oder blendet diese selektive aus. Aus meiner Sicht ist das ein klarer Verstoß gegen die “intellektuelle Redlichkeit“. Würde man das Christentum wirklich diskutieren und solche Themen aufwerfen, sähe sich so mancher Pfarrer einem Hagel von Fragen ausgesetzt, die plausibel zu beantworten eher schwer fallen dürfte. Nur fragt die Masse eben nicht, weil sie schon gar nicht erst dahingehend vorbereitet ist. Vielmehr sind noch viele Reformierten im “Alltagstrott“ und machen aus Gewohnheit so weiter wie sie es im Schulunterricht der Unterweisung oder von den Eltern gelernt haben.

Ein anderes Problem sind die Botschaften die dann von den Pfarren effektiv weiter gegeben werden. So hat mich das “Wort der Woche“ in D´Region, verfasst von Christoph Zeller-Zbinden reformierter Pfarrer Burgdorf schier aus den Socken gehauen:

Zeller-Zbinden erzählt uns die Parabel vom kleinen Fisch Emil Nein, ich spreche hier durchaus nicht von der Kinderstunde, diese Geschichte erzählt ein Mann, der ein Hochschulstudium in Theologie hinter sich hat, den volljährigen Bürgern von Burgdorf (die unter anderem seinen Lohn finanzieren). Na wenigstens ist der Mann für die Steuergelder die er bezieht kreativ, dachte ich mir, und tippte zur Kontrolle “kleiner Fisch Emil“ in die Google Suchmaschine. Und siehe da, ich wurde fündig. Der Text wurde von Kurt Bucher übernommen und leicht verändert. Schmalbrüstiger Text und der auch noch abgeschrieben, das hätte in der Schule keine wirklich gute Note gegeben. Es versteht sich von selber, dass das vom Niveau her, einfach unterirdisch ist.

Problematisch ist auch der gesamte Unterbau des Christentums, der sich auf Begriffe wie “das “Gute, “das Böse“, “der freie Wille“, das “Ich“ usw. stützt.
Seit dem Libet Experiment in den 70er Jahren verdichten sich die Hinweise, dass es so etwas wie einen freien Willen nicht. Auch wenn das den allermeisten Menschen (mir inklusive) gegen den Strich geht. Automatisch fallen damit die Ursünde und die Erbsünde. Ergo ist auch kein Erlöser mehr nötig und auch keine Glauben.
m
10.09.2010
22:19 Uhr
AW: Warum ich kein Christ sein will
wenn alles kausal ist, "fällt" doch die erbsünde gerade nicht: was wir genetisch, aus frühkindlichen erfahrungen etc. geerbt haben, was uns unsere arbeitsbedingungen uns "vererben" etc. andererseits: wenn
Sie ein schönes gefäss getöpfert haben und ich zerdeppere es, werde ich Ihnen gegenüber schuldig. den "betrag" für die wiedergutmachung kann ich von meinen vorfahren etc. zurückfordern. respektive unsere nachbarschaftsbeziehung (oder was immer) kann nur weiterhin gelingen, wenn Sie mir meine "sünde" (mein nicht ins schwarze treffen) vergeben. und vergeben können Sie mir dann, wenn Sie ein freier, nicht von sich aus freier, aber zur befreiter mensch sind, ein von seinem ärger über mich erlöster.
m
10.09.2010
22:34 Uhr
AW: AW: Warum ich kein Christ sein will
ein "uns" zuviel und ein "freiheit" zuwenig. (die behebung dieses zuwenig an freiheit - von und für - ist gerade das thema der religion.)
m
10.09.2010
23:20 Uhr
AW: Warum ich kein Christ sein will
zur parabel (mir nicht bekannt): theologie für erwachsene menschen, ohne unmündig entmündigende sprache. (mehr: bei den von Ihnen dankenswerterweise dargelegten menschenrechten und negativtexten + google "auf gut glück": schwäbi/die von maus initiierten diskussionen)
Mark Ita
27.08.2010
10:08 Uhr
Kirchenaustritte
Was ist Religion? Der Mythenforscher Joseph Campbell (+1987) erkannte vier Funktionen, die vier menschliche Urbedürfnisse abdecken: 1. Versöhnung des menschlichen Geistes mit dem Geheimnis des Lebens (niemand kennt die Lebensquelle), 2. Erklärung der Welt (Wissenschaft). 3. Herstellen und Wahren der sozialen Ordnung (Staat). 4. Lebenshilfe (Seelsorge). Das sind die Grenzen+Chancen der Kirche
m
10.09.2010
23:10 Uhr
AW: Kirchenaustritte
die lebensquelle macht sich bekannt
michael vogt
02.01.2012
20:40 Uhr
AW: AW: aktualisierung
facebook.com/dogmatik2
Rolf Bolliger
27.08.2010
08:38 Uhr
Kirchenaustritte sind selbstverschuldet!
Wenn ich nach einer strengen, hektischen Woche zur Kirche gehe, möchte ich Worte und Gedanken über Frieden, Gott, Jesus und seine Wortführer hören. Leider haben in den letzten 20 Jahren viele beim christlichen "Bodenpersonal" der ref. Kirchenkanzeln als "Polit-Rednerpult" missbraucht. Einseitige linke "Vorträge" und Zurechtweisungen kann ich schon genügend in den Einheitsmedien lesen und hören!