| Erstellt: 27.08.2010 | |
Eine geballte Ladung von guten Taten haben sich die Schweizer Jugendorganisationen für die 72 Stunden von Donnerstag- bis Sonntagabend vorgenommen. Welches Projekt es innerhalb dieses Zeitraums zu realisieren gilt, erfahren die freiwilligen Mitarbeiter erst an Ort und Stelle. Zudem steht den Gruppen für die Umsetzung kein Geld zur Verfügung: Allfällige materielle Unterstützung müssen sie selbst finden.
Kreative Ideen. Ein Segelboot für Behinderte, ein Sinnesparcours für Altersheimbewohner, Hotels für Wildbienen – an Ideen mangelt es den Organisatoren nicht. Wälder und Velos werden geputzt, Spielplätze und Feuerstellen gebaut, Maler- und Gärtnerdienste angeboten. Es steigen Beach-Partys, Modeschauen, Open-Air-Festivals, Kunstver-nissagen, Dorffeste, und an Züpfen und Cakes wird es sowieso nicht mangeln.
Eingeladen, an all diesen Projekten mitzuarbeiten, sind übrigens nicht nur die Mit-glieder der organisierenden Gruppen. Jeder und jede kann mit anpacken, ohne sich wei-ter engagieren zu müssen.
Neue Mitglieder. Die Aktion «72 Stunden» kommt dem verbreiteten Bedürfnis entgegen, sich zeitlich begrenzt für ein bestimmtes Projekt einzu-setzen, statt sich verbindlich in einer Organisation zu engagieren. Trotzdem scheint der Mitgliederschwund bei den Jugendorganisationen im Moment gestoppt zu sein. Einige Verbände wie etwa die Jubla (Jungwacht Blauring) berichten gar von leicht steigenden Mitgliederzahlen. Auch bei der Pfadi, mit rund 45 000 Mitgliedern die grösste Jugendorganisation der Schweiz, geht es bergauf. Nachdem sie zwischen 1993 und 2008 über ein Viertel ihrer Mitglieder verloren hatte, seien die Zahlen seit einem Jahr wieder stabil, ist zu vernehmen.
Zupackende Jugend. An der Aktion «72 Stunden» sind insbesondere die christlichen Jugendverbände sehr aktiv beteiligt. Von den bisher rund 600 geplanten Projekten werden rund die Hälfte von Cevi und Jubla bestritten. Die beiden Verbände zählen zusammen um die 45 000 Mitglieder.
«Ich bin stolz darauf, was die Jugend tagaus, tagein für das Gemeinwohl tut», sagt Andreas Koenig. Er ist bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), welche die Aktion «72 Stunden» lanciert hat, für den Bereich Freiwilligenarbeit und damit auch für die Drei-Tage-Aktion zuständig. Dieses Engagement sei umso bemerkenswerter, als viele Jugendlich noch in der Ausbildung steckten, betont Koenig und verweist auf eine Erhebung des Bundesamtes für Statistik. «Über dreissig Prozent der Schweizer Jugendlichen leisten freiwillige Arbeit.» Christa Amstutz
Mithelfen
Wer die an «72 Stunden» beteiligten Jugendlichen unterstützen will, erfährt ab Aktionsbeginn via Website, DRS 3 oder «Virus», was wo gebraucht wird.
www.72stunden.ch










