| Erstellt: 24.02.2010 | |
Bethlehem/Bremgarten. Jubiläen sind für vieles gut. Wer jubiliert, darf ungeniert in eigener Sache agitieren – und unverzagt sein Selbstbild aufpolieren. «Mit einer Jubiläumsausstellung erinnern wir daran, dass die Kirche oft federführend war beim Quartieraufbau», sagt Daniel Fischer, Kirchgemeinderatspräsident in Bern-Bethlehem. Eindrücklich: Auf Initiative der fünfzig Jahre alten Kirche gehen der Kindertreff, das Mütterzentrum und diverse Quartiervereine zurück. Am Gesprächsabend «Weisch no?» schaut man auf die dynamischen fünf Jahrzehnte in Bethlehem zurück – an der «Zukunftswerkstatt» vorwärts. Zudem gibts im Multikulti-Quartier Kulinarisches «von Pizza bis Couscous» und Musikalisches von Volksmusik bis Rapper Greis. Auch die jüngste Berner Stadtgemeinde, die Kirchgemeinde Matthäus Bern und Bremgarten, wird heuer fünfzig. «Hier lebe ich», heisst programmatisch der Jubiläumsfotowettbewerb. Dieser und die Ausstellung der Konfirmandenfotos ab 1960 sollen neues Publikum anlocken «und das alte neu ansprechen», so Pfarrer Alain Calame.
Solothurn. Seit 175 Jahren gibts in der katholischen Stadt Solothurn eine reformierte Kirchgemeinde. Jubiliert wird das ganze Jahr über, aber ohne Sonderprogramm. «Wir verdoppeln unsere Anstrengung, das vielfältige, vielen aber unbekannte Normalprogramm bekannt zu machen – mit Flyer und Pressearbeit», so Kirchgemeindepräsidentin Barbara Fankhauser. Betont wird dabei das generationenübergreifende Kirchenangebot: vom «Mäusemärchen» über den Jugendgottesdienst «Taste the Spirit» bis zum Seniorenkonzert «Ein bunter Strauss Röseligartelieder». Am Reformationssonntag (7. 11.) predigt Nationalrätin Ursula Haller.
Melchnau. Ganz eigen der Ansatz beim 300-Jahr-Jubiläum der barocken Hallenkirche von Melchnau. «Wir gehen auf Spurensuche der Ökumene», sagt Pfarrer Andreas Tanner. Fakt ist: In der Kirche prangen Fenster, geschenkt vom Kloster St. Urban und vom Stift Beromünster. Warum die Katholiken vor 300 Jahren den Reformierten den Kirchenschmuck stifteten, ist aber unbekannt. «Darum reisen wir im Jubiläumsjahr nach St. Urban und Beromünster, machen uns kundig und beleben so die Ökumene», sagt Andreas Tanner. «Was tat die Kirche vor 300 Jahren, was tut sie heute gut oder schlecht?»: Darüber debattieren am 6. Juni der Philosoph Hans Saner und alt Synodalrat Michael Dähler.
Biberist-Gerlafingen. Ein Bijou des Heimatstils ist die vor 100 Jahren eingeweihte reformierte Kirche Biberist-Gerlafingen. Zum Jubiläumsauftakt wurde ein Kunstführer gedruckt – und am Jubiläumsgottesdienst (5. 9.) wird das Gotteshaus getauft: auf den Namen Thomaskirche. Thomas, der Zweifler, passe gut zur heutigen Situation der Kirche, sagt Pfarrer Christian Bürki. Übrigens auch zum Jubiläumsthema «Schöpfung – das Geheimnis der Zukunft», eine theologisch-naturwissenschaftliche Vortragsreihe über unser Woher und Wohin.
Konolfingen. 2011 feiert Konolfingen das 100-Jahr-Jubiläum als selbstständige Kirchgemeinde, voraussichtlich unterm Thema «Wer feiert, tanzt»: Das Orchester Konolfingen konzertiert, ein Liedermacher und eine Band spielen auf. Ob gross oder klein, ob kirchennah oder kirchenfern: Alle werden eingeladen sein, ein Riesenpuzzle als Kirchenschmuck mitzugestalten. «Und als Denkmal planen wir einen öffentlichen Kinderspielplatz auf dem Kirchenmätteli – ein Jubiläumsgeschenk ans ganze Dorf», sagt Sozialdiakon Res Flückiger. Samuel Geiser
Cartoon: Max Spring











