ANTWORT. Liebe Frau S., ich verstehe Ihren Ärger gut. Es gibt tatsächlich Muster im Leben, die sich immer wiederholen. Gerne würde ich Sie jetzt bitten, mir dieses «immer Gleiche» zu beschreiben. Wir könnten dann miteinander danach suchen, ob es nicht doch Unterschiede zwischen den beschriebenen Situationen gibt.
Gerne würde ich diesen Weg mit Ihnen gehen. Ich bin sicher, dass uns zusammen einiges auffallen würde. Und genau das könnte Ihnen weiterhelfen. Ja, und vielleicht würden Sie dann sogar sagen: «Diese Einsicht verändert mein Leben total! Aber ich weiss nicht, ob ich dazu bereit bin, ob ich das will.»
Natürlich machen uns Veränderungen Angst – auch wenn sie manchmal befreien. Sie führen uns in Neuland, zu neuen Erfahrungen, zu neuen Herausforderungen. Werden wir bestehen können? Mit dem Alten haben wir schlecht und recht leben gelernt. Wollen wir uns dem Neuen, dem Anderen, stellen?
Leben drängt vorwärts. Nicht vom Fleck kommen nimmt uns hingegen jede Lebenslust. Leben braucht also genau diese Veränderung, die Sie suchen – dass wir uns anders verhalten, anders agieren. Nur so kommen wir weiter. Veränderung macht aber auch Angst. Deshalb ist es wichtig, dass wir wissen, worauf wir vertrauen können. Wir brauchen einen Bezugspunkt, der in allen Lebenssituationen hält und trägt.
Diesen letzten Punkt kann ich allerdings nur persönlich angehen: Ich selber vertraue auf Gott. Er ist mit mir auf diesem Weg der Veränderung. Ich vertraue aber auch auf das Netz von Menschen, das sich im Lauf meines Lebens um mich gebildet hat und in dem ich Zuneigung und Unterstützung erlebe. Solche Netze gilt es zu pflegen, denn auch durch Beziehungen können wir uns weiterentwickeln.
Liebe Frau S., ich freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen. Ein Gespräch zu suchen, wäre für Sie vielleicht schon ein erster Ausstieg aus Ihrem Verhaltensmuster, der Veränderung bringen könnte.
Roman Angst-vonwiller






