An ihrem Namen sollt ihr sie erkennen
Heks/ Wird das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) bald «Respecta» heissen? Oder «Vitalibra»? Das Heks lanciert eine Vernehmlassung unter dem Titel «Mein Hilfswerk».

«Mit einem eingängigeren Auftritt wollen wir neue Spender gewinnen», sagt Heks-Direktor Ueli Locher. Heks und Eper, der französische Namen des Hilfswerks, seien in kirchlichen Kreisen zwar gut verankert, nicht aber in der breiten Öffentlichkeit: «Dort hat der Name Heks einen tiefen Erinnerungswert.» Das Hilfswerk rangiere bei Umfragen weit hinten – hinter Caritas und «Brot für alle». Zweifellos sei die konkrete Arbeit eines Hilfswerks wichtiger als das «Markenbild», aber Namen wie «Respecta» oder «Vitalibra» lösten, ähnlich wie «Caritas», «mehr inhaltliche und emotionale Assoziationen aus als die sperrige Abkürzung Heks». Zudem würde der Name «Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz» bei einem Namenswechsel in der Unterzeile ja bleiben, so Heks-Direktor Ueli Locher.

Nomen est omen. Exakt dieses «Hinunterrutschen in die Unterzeile» kritisiert der Zürcher Theologieprofessor Pierre Bühler, Mitglied des Petitionskomitees «Für ein politisch engagiertes und prophetisches Heks». In der Diskussion um die Petition im Nachgang zur Wahl von Nestlé-Chef Roland Decorvet in den Heks-Stiftungsrat habe das Hilfswerk «seine kirchliche Verbundenheit» betont – und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) «evangelisch» als gutes Label gelobt. «Warum also jetzt ein Namenswechsel?», fragt Bühler. «Und warum wird darüber so lange geschwiegen, obschon im vergangenen Jahr das Profil des Hilfswerks intensiv diskutiert wurde?» Das sei «eine seltsame Kommunikationsstrategie». Was daran seltsam sei, verstehe er nicht, entgegnet Locher: «Offener und transparenter kann man nicht kommunizieren.» Im Übrigen sei erst Ende 2009 entschieden worden, «dass wir diese Frage so zur Diskussion stellen».
Jetzt aber ist die Mitsprache der Basis gefragt: Sie soll beim allfälligen Namenswechsel – der bislang rund 200 000 Franken aus dem ordentlichen Heks-Werbebudget gekostet hat – mitentscheiden.
Die Kernfrage sei, so Theologieprofessor Pierre Bühler, ob ein neuer Name «das politische Engagement und den prophetischen Auftrag des Heks besser zum Tragen bringt oder nicht». Heks-Direktor Ueli Locher wirbt mit Blick auf kirchliche Kreise so: «‹Vitalibra› weckt Assoziationen zu Befreiungstheologie, Autonomie und freiem Leben, ‹Respecta› zu Respekt vor der Schöpfung, zu Menschenrechten und Partnerschaft.» Samuel Geiser

Heks? Respecta? Vitalibra?
Diese drei Vorschläge stehen zur Wahl. Bis 31. Mai kann man den favorisierten Namen in einer Konsultativabstimmung ankreuzen: www.meinhilfswerk.ch Der Namensentscheid liegt allerdings bei den Abgeordneten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK).
sel