Erstellt: 11.02.2009
Heks wehrt sich gegen den Vorwurf der «schleichenden Entpolitisierung»

Der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung des Hilfswerks der evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) reagieren auf die Kritik des neu gegründeten «Komitees für ein politisch engagiertes und prophetisches Heks». Das Komitee, angeführt vom Zürcher Theologieprofessor Pierre Bühler und dem Berner Pfarrer Jürg Liechti, deutete die Wahl von Roland Decorvet, Nestlé-CEO Schweiz, als «schleichenden und bereits weit fortgeschrittenen Kurswechsel».

Politisch für Sans-Papiers.
Die nun vom Heks-Stiftungsratspräsidenten Claude Ruey und dem stellvertretenden Heks-Direktor Hanspeter Bigler-Tillison unterzeichnete Stellungnahme zählt eine Reihe von ausdrücklich politischen Engagements des Hilfswerks auf, um den Vorwurf der Entpolitisierung zu entkräften: «Beispiele hierfür sind in jüngster Vergangenheit in der Schweiz unser Einsatz gegen die Verschärfung von Asyl- und Ausländergesetz oder als Trägerin der Sans-Papiers-Kampagne «Kein Kind ist illegal», im Ausland die Durchsetzung der Landrechtsreform auf den Philippinen oder die Einforderung der humanitären Verpflichtungen vor Ort während des Gaza-Krieges.»

Gespräch verweigert.
Etwas verärgert konstatiert auch die Erklärung, dass die Initianten der Petition sich nicht um einen Kontakt zur Geschäftsleitung oder zum Stiftungsrat bemüht hätten. Das Komitee wiederum beruft sich darauf, dass sich Heks einer in Bern anberaumten Diskussion nicht gestellt habe.

Basis Menschenrechte.
Wichtig sei es, wie die Heks-Vertreter Ruey und Bigler-Tillison herausstreichen, dass der auf Menschenrechte basierende Entwicklungsansatz nach wie vor die Leitschnur für die knapp 300 Projekte in mehr als vierzig Ländern bildeten. Der Theologe Bühler zweifelt daran auch nicht. «Die konkrete Realität von Heks-Projekten wird über weite Strecken von einem echten politischen Engagement geprägt», sagt Bühler. Er macht aber eine sich weitende Kluft zwischen Heks-Mitarbeitenden und den Leitungsgremien aus: «Wir beobachten bei Geschäftsleitung und Stiftungsrat eine gewisse Tendenz, das Werk zu neutralisieren.»
Ganz anders lassen sich die Autoren der Stellungnahme vernehmen. Sie streichen heraus, dass sich das Heks «weder von Kreisen der Wirtschaft oder der Politik noch von anderen Interessengruppen instrumentalisieren» lassen dürfe. Weiterhin heben die Unterzeichner Ruey und Bigler-Tillison hervor, dass das Heks sich vor allem christlichen Werten verpflichtet fühlt: «Heks ist der diakonische Arm der schweizerischen reformierten Kirchen in die Welt.» Delf Bucher 

«Reformiert.» Zürich 13.2.2009