Die Abgeordneten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) haben den Generaldirektor von Nestlé Schweiz, Roland Decorvet, in den Stiftungsrat des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) gewählt. Der 42-jährige Pfarrerssohn ist seit seiner Studienzeit fürs Unternehmen tätig, zuletzt als Chef von Nestlé Pakistan.
«Riesenchance». Für Heks-Geschäfts-führer Ueli Locher ist Decorvets Wahl «eine Riesenchance»: Der Wirt-schaftsmann bringe einen «wichtigen Erfahrungshintergrund» mit. Dass der Nestlé-Vertreter das Engagement des Heks zurückbinden könnte – etwa in Wasserfragen –, glaubt Locher nicht.
Anderer Meinung ist Albert Rieger von der Berner Fachstelle Ökumene, Mission, Entwicklungszusamenarbeit (OeME), die sich seit Jahren für ein «Menschenrecht auf Wasser» engagiert. Er sei «irritiert» über diese Wahl, insbesondere seit bekannt geworden sei, dass der Nahrungsmittelkonzern während Monaten Autoren ausspionieren liess, die ein Buch über die «Privatisierung von Trinkwasser» schrieben (vgl. rechts). RIta Jost
Nestlé spioniert Kritiker aus
Wie das Westschweizer Fernsehen aufdeckte, hat Nestlé von 2003 bis 2004 über eine Securitas- Agentin die Autorinnen und Autoren eines Buches über den Nahrungsmittelkonzern ausspioniert. Das Buch befasst sich mit der Haltung von Nestlé zu genmanipulierten Organismen und der Privatisierung von Trinkwasser. he
«Reformiert.» 27.6.2008


