Für Ramona Oberer und Simon Stark ist klar: Sie haben vom Pace-Kurs profitiert. Die Siebzehnjährigen wurden letztes Jahr in der reformierten Kirchgemeinde Adliswil konfirmiert. Danach absolvierten sie den ersten Pace-Kurs und gingen als Hilfsleitende ins Vorkonf- Lager für künftige Konfirmanden der Gemeinde mit. Dabei haben sie eingesetzt, was sie im Kurs gelernt hatten. Etwa den Einblick in den Stimmungsverlauf in einem Lager. Ramona Oberer: «Weil ich wusste, dass am Schluss die Stimmung sinkt, habe ich die Teilnehmenden getröstet: ‹Ihr seht euch bald wieder!›.» Simon Stark hat das Wissen über Gruppendynamik gehol-fen: «Ich konnte recht ruhig auf Spannungen reagieren, weil ich wusste, dass es in einer Gruppe immer ein Alphatier, eine Mitläuferschaft und einen Gegenpol gibt.»
MODULE. Die Pace-Kurse (Englisch für «Schritt») hat die reformierte Zürcher Landeskirche vor vier Jahren eingeführt. In drei Kursstufen werden Junge nach der Konfirmation für die Arbeit als Hilfsleitende ausgebildet. Thematisiert werden dabei etwa der Rollenwechsel vom Teilnehmer zum Leiter, Methoden der Jugendarbeit und Persönlichkeitsentwicklung. Damit reagiere die Landeskirche auf das Bedürfnis der Gemeinden, von denen viele schon lange Jugendliche als Hilfsleitende einsetzen, sagt Joachim Zahn von der Fachstelle Jugend. «Das kirchliche Umfeld stellt spezifische Herausforderungen an junge Leitende.» Beispielsweise müssten sie beim Leiten von nicht freiwilligen Angeboten mit Störungen umgehen können.
ERNST NEHMEN. Die Kirchgemeinde Adliswil hat den Pace-1-Kurs zum ersten Mal angeboten. Jugendarbeiterin Nathalie Schneider ist begeistert davon: «Die Jugendarbeit der Gemeinde wird in einen grösseren Rahmen eingebettet.» Um den Pace-Kurs zu erteilen, kamen die Fachleute der Landeskirche nach Adliswil. So zeige man den Jugendlichen, dass man sie ernst nehme, sagt Nathalie Schneider. Das ist auch die Idee von Pace, wie Joachim Zahn erklärt: «Wir wollen dafür sorgen, dass die Kirche für Junge auch nach der Konfirmation ein möglicher Lebensraum bleibt.»
QUALITÄT. Allerdings führen erst 31 Gemeinden Pace durch. «Das Konzept ist noch zu wenig bekannt», bedauert Zahn. Die beteiligten Gemeinden verzeichnen laut Zahn gute Ergebnisse. Die Arbeit der Jungen sei «qualitativ besser» und «das Gemeinschafts- gefühl» gestärkt. Wichtig sei, dass man Jugendliche nur für «kurze Zyklen» engagiere, so Zahn. «Ihr Alltag verändert sich schnell.» Simon Stark allerdings hat sich für ein Jahr verpflichtet: Der Gymischüler wird der Pfarrerin im Konf- Unterricht assistieren. Diese Arbeit interessiere ihn und sein eigenes Konf-Jahr sei gut gewesen, begründet er. Ramona Oberer, Kleinkinderzieherin in Ausbildung, wird sich künftig im Teenie-Treff engagieren. Sabine Schüpbach
PACE-Kurse
In den Kursen der reformierten
Zürcher Landeskirche werden Jugendliche für ihre Tätigkeit als
Hilfsleiterinnen und Hilfsleiter in Kirchgemeinden ausgebildet. Die
Ausbildung erfolgt in drei Stufen.
Infos: www.pace123.ch





