Es ist soweit! Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften am 27. Juni 2012 beim Spatenstich fürs Haus der Religionen am Europaplatz (Bild: Stefan Maurer)
Es ist soweit! Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften am 27. Juni 2012 beim Spatenstich fürs Haus der Religionen am Europaplatz (Bild: Stefan Maurer)
Erstellt: 29.06.2012 10:07:08
Eine Vision wird Wirklichkeit
Haus der Religionen / Am 27. Juni erfolgte der Spatenstich für das ambitionierte interreligiöse Projekt.

Es war heiss, farbig und friedlich. Es war entspannt und besinnlich, und manche werden innerlich gehofft haben, dass es dereinst auch so sein wird, in diesem Haus, dem am 27. Juni 2012 der erste Spatenstich galt: dem Berner Haus der Religionen.
Natürlich gab es auch eine lange Rednerliste, unzählige wohltemperierte Grussbotschaften und viele gute Wünsche. Es gab auch religiöse Lobgesänge und Gebete in diversen Sprachen, es gab exotische Kleider und ungwohnte Klänge und Düfte, und obwohl all das zeitweise fast im Feierabendlärm zu versinkende drohten, lag über dem Europaplatz am Mittwochabend eine Gelassenheit und eine Vorfreude, die selten so unangestrengt spürbar ist, wenn ein Grossprojekt in Angriff genommen wird. Das Bauprojekt «Haus der Religionen» ist wohl tatsächlich kein gewöhnliches Bauprojekt.

Vision. Es ist vielmehr ein Traum, der über zehn Jahre in Provisorien schon Wirklichkeit geworden ist. Nun soll dieser Traum eine solide und dauerhafte Hülle bekommen. Als vor 12 Jahren in einer Studie erstmals die Idee auftauchte, man könnte im multikulturellen Westen Berns einen Treffpunkt für die Angehörigen verschiedenster Religionen bauen, glaubten wenige an die Realisierbarkeit einer solchen Utopie. Einer der wenigen, der fest daran glaubte (und über all die Jahre hartnäckig daran arbeitete), ist Hartmut Haas, Pfarrer bei der kleinen Herrenhuter Kirche, die seit 1740 in Bern ansässig ist. «Hartmut, das ist dein Ehrentag!» rief darum die Präsidentin des Vereins «Haus der Religionen», Gerda Hauck, in die illustre Runde, wohl wissend, dass an so einem offiziellen Tag die unermüdlichen Kämpfer im Hintergrund oft vergessen gehen.

Projekt. Das Berner Haus der Religionen, das europaweit – vielleicht sogar weltweit  – einmalig ist, wird Teil eines 75 Millionen-Komplexes am Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen.  Im Endausbau wird die von der Firma Halter realisierte Anlage Wohnungen, Büros, ein Parkhaus, ein Einkaufszentrum sowie Läden und Cafés umfassen. Neben den Kulträumen für fünf Weltreligionen (Aleviten, Buddhisten, Christen, Hindus und Muslime) bietet. Im Herbst 2014 soll der Bau bezugsbereit sein. Rita Jost

www.europaplatz
www.haus-der-religionen.ch

Aktuelle Themen aus der Ausgabe Bern