Erstellt: 29.06.2012
Christoph Weber-Berg wird neuer Kirchenratspräsident
Synode/ Am 6. Juni wählte das reformierte Aargauer Kirchenparlament drei Mitglieder des Kirchenrats und entschied über die Zukunft des Rügels.

Der neue Kirchenratspräsident der Reformierten Landeskirche Aargau heisst Christoph Weber-Berg. Die Synode wählte den 48-jährigen Theologen an der Synode vom 6. Mai in Suhr im zweiten Wahlgang mit 84 von 159 Stimmen. Weber-Berg setzte sich gegen vier Konkurrenten durch. Er tritt sein Amt am 1. August an. Mit einem Glanzresultat in den Kirchenrat gewählt wurden zudem Regula Wegmann, Schinznach-Dorf, 152 Stimmen, und Beat Maurer, Zofingen, 156 Stimmen. Wegmann beginnt ihr Amt mit sofortiger Wirkung, Maurer tritt die Nachfolge von Hanspeter Mauch per 1. September an. Damit ist das siebenköpfige Exekutivgremium der Reformierten Landeskirche Aargau wieder komplett (s. Porträts unten).

Rügel. Die Zukunft des Tagungshauses Rügel war seit vielen Jahren der Dauerbrenner an der Synode. Nun gab das einst umstrittene Thema nicht mehr viel zu reden. Von den ursprünglich drei Partnern, die für das Konzept «Partnerschaft» und damit für eine zukünftige Zusammenarbeit mit der Landeskirche infrage kamen, blieb einzig das Seehotel Hallwil (Aargau-Hotels AG) im Rennen. Damit steigt ein kommerzieller Betrieb beim Rügel ein und keine soziale Institution: Die Stiftung Satis zog sich bereits im Mai zurück, und kurz vor der Synode gab auch die Stiftung Gärtnerhaus ihren Rückzug bekannt, weil die Gespräche mit dem Kanton nicht zur erwarteten Unterstützung geführt hatten. Diese Ausgangslage liess keine wirkliche Debatte aufkommen. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Michael Rahn von der Geschäftsprüfungskommission: «Ich bin frustriert, dass wir heute nur noch ein Projekt vorliegen haben.» Dies habe allerdings auch seine positiven Seiten: «Die Sorge um den Rügel sind wir wenigstens für die nächsten zehn Jahre los.» Werde dann aber der Pachtvertrag mit dem Seehotel nicht erneuert, bestehe die Gefahr, dass die Synode wieder am selben Punkt stehe wie vor drei Jahren. In der kurzen Diskussion wurde eine gewisse Ermüdung deutlich, die Hans-Peter Tschanz aus Mellingen auf den Punkt brachte: «Immerhin: Mit dieser Lösung hätten wir für wenig Geld zehn Jahre lang Ruhe.» Auch Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen drängte zum Abschluss des Geschäfts: «Der Rügel war immer eine Herzensangelegenheit. Jetzt wird entschieden.» Die Synodalen folgten der Empfehlung des Kirchenrats und sprachen sich fast einstimmig für die Partnerschaft mit dem Seehotel Hallwil aus.

Konzept.
Am bisherigen Konzept des Rügels ändert sich damit kaum etwas. Er steht der Landeskirche weiterhin für ihre Angebote zur Verfügung und bleibt ein Tagungshaus mit Restauration und Hotelbetrieb. Zusätzlich wird er vom Seehotel Hallwil für Bankette, Hochzeiten und Familienfeiern benutzt. Das Jugendhaus wird wie bis anhin vermietet, die Liegenschaft Rebenweg 39 weiterhin durch die Landeskirche bewirtschaftet. Die notwendigen Investitionen lässt sich das Seehotel 500 000 Franken kosten, und, sobald die Umsatzgrenze von einer Million erreicht ist, zahlt es jährlich 20 000 Franken Pachtzins an die Landeskirche. Diese beteiligt sich einzig mit einem jährlichen Betriebsbeitrag von 87 600 Franken für die Werterhaltung der Bauten.

Kirchen. Für das Dokumentationsprojekt «Die reformierten Kirchen im Aargau», welches die Synodalen noch in der Novembersynode 2011 mangels Informationen zurückgewiesen hatten, sprach die Synode 90 0000 Franken. Es hat zum Ziel, die neunzig Kirchen im Kanton auf einer eigenen Internetplattform zu dokumentieren und mit den Kirchgemeinden zu verlinken. Der Internetauftritt, den Lutz Fischer-Lamprecht von der Geschäftsprüfungskommission als «Nice to have, aber kein Must Be» bezeichnete, wird vom Informationsdienst der Landeskirche betrieben und monatlich aktualisiert. Begleitend unterstützt wird das Projekt von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bis jetzt werden erst weniger als die Hälfte der reformierten Kirchen im Aargau im Internet erwähnt. Annegret Ruoff

Weitere Synodengeschäfte

Die Synode hat am 6. Juni auch die Jahresrechnung 2011 der Reformierten Landeskirche Aargau über 12 166 393 Franken genehmigt. Vom Ertragsüberschuss von 625 683 Franken gehen 434 606 Franken zurück an die Kirchgemeinden. Zudem stimmten die Synodalen dem Antrag des Kirchenrats zu, den jährlichen Beitrag der Zentralkasse von maximal 150 000 Franken an die Publikationskosten von «reformiert.» nur noch zu leisten, wenn dies die finanzielle Lage der Mitgliederpublikation erfordert.

Michael Ziegler, Pfarrer und Synodaler der Kirchgemeinde Birr, wurde in die Geschäftsprüfungskommission der Synode gewählt, Roland Kromer, Kirchenpfleger und Synodaler der Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken, in die Herausgeberkommission der Zeitung «reformiert.» Aargau. aru