| Erstellt: 25.05.2012 | |
Mühsam. «Es ist eine leidige Sache», seufzt Irmelin Kradolfer von der landeskirchlichen Fachstelle Frauen, Männer, Gender. Obwohl Frauen in Sachen Berufsbildung den Männern in nichts nachstehen, würden sie sich, auch in Politik und Wirtschaft, vor Führungspositionen scheuen. Gründe dafür sieht sie in männlich geprägten Vorstellungen von Leitung sowie in der Tatsache, dass sich Beruf und Familie noch immer schlecht vereinbaren lassen.
Genügsam. Auch Regula Wegmann, die einzige Bewerberin für den Kirchenrat, nennt vor allem praktische Gründe: «Für Frauen ist es schwieriger, nebst Beruf und Familie noch ein freiwilliges Amt zu haben als für Männer, die sich den Rücken dafür eher freihalten.» Der Arbeitsaufwand, der oft grösser als erwartet sei, schrecke ab.
Claudia Bandixen dagegen beobachtet in erster Linie mangelnden Willen. «Frauen mögen oft keine Überstunden leisten, sie betonen mehr als Männer, es müsse für sie ‹stimmen›. Aber Chancen kommen nicht unbedingt dann, wenn es in die Biografie passt.» Zudem erwarteten Frauen oft, dass sie sich nicht bewerben müssen, sondern um Einsitz in einem Gremium gebeten würden. «Wer leiten will, muss dies wollen. Es gibt genug Möglichkeiten.» Leitung sei ein kreatives Geschehen, es wäre dringend, dass mehr Frauen sie ergreifen. aho










